Nvidia Aktie: Morgan Stanley setzt Kursziel 300 Dollar
Morgan Stanley sieht breite Nachfrage und begrenzte Lieferkapazitäten; Amazon verhandelt über ein Mietmodell für Nvidia-Chips im Wert von rund acht Milliarden Dollar.

- Morgan Stanley bestätigt „Overweight“
- Kursziel liegt bei 300 US-Dollar
- Rund die Hälfte stammt aus diversifizierten Erlösquellen
- Amazon verhandelt über Chip-Mietmodell
Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Nvidia-Aktie am Freitag wieder zu ihrem Spitzenwert im Halbleitersektor ernannt. Die Analysten bestätigten ihre Einstufung mit „Overweight“ und setzten ein Kursziel von 300 US-Dollar für das Papier an. An den europäischen Handelsplätzen schloss der Titel vor dem Wochenende bei 207,85 Euro und notiert damit nur 1,5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Breite Kundenbasis stützt die Nachfrage
Ausschlaggebend für die optimistische Haltung der Bank ist die zunehmende Diversifizierung der Erlösströme. Das Geschäft stützt sich längst nicht mehr allein auf die bekannten amerikanischen Technologiekonzerne. Mittlerweile entfällt rund die Hälfte der Umsätze auf spezialisierte Modellentwickler, alternative Cloud-Anbieter, Unternehmen und staatliche Institutionen.
Zudem gewinnt das internationale Geschäft an Gewicht. Eine deutliche Mehrheit der angebundenen Cloud-Partner betreibt ihre Infrastruktur außerhalb der Vereinigten Staaten. Gleichzeitig bauen die führenden Cloud-Dienstleister ihre Ausgaben für die Hardware des Konzerns kontinuierlich aus.
Morgan Stanley erwartet, dass die tatsächliche Nachfrage im kommenden Geschäftsjahr das Angebot übersteigen wird, sodass das Wachstum vor allem durch die verfügbaren Lieferkapazitäten begrenzt bleibt.
Hohe Erwartungen an künftige Chip-Generationen
Für die kommenden Geschäftsjahre prognostizieren die Experten eine dynamische Geschäftsentwicklung. Der Jahresumsatz soll nach ihren Berechnungen von rund 216 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf etwa 406 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 anziehen. Für das darauffolgende Jahr halten die Analysten sogar Erlöse von rund 690 Milliarden US-Dollar für erreichbar.
Zugleich wird erwartet, dass die Bruttomarge auf hohem Niveau stabil bleibt. Die technologische Weiterentwicklung soll dabei für Effizienzgewinne sorgen. So verspricht die Vera-Rubin-Plattform eine erhebliche Steigerung des Token-Ausstoßes gegenüber der aktuellen Blackwell-Generation. Für die spätere Feynman-Architektur kalkuliert die Bank mit weiter wachsenden Erlösen je Gigawatt an bereitgestellter Rechenzentrumsleistung.
Neue Finanzierungsmodelle für KI-Hardware
Parallel zum operativen Ausbau verändern sich die Strukturen, mit denen Kunden die teure Hardware finanzieren. Laut Financial Times verhandelt Amazon über eine Zweckgesellschaft, um Nvidia-Prozessoren im Wert von rund 8 Milliarden US-Dollar über ein Mietmodell aus der Bilanz auszulagern. Solche Sale-and-Leaseback-Strukturen erlauben es Cloud-Betreibern, ihre Bilanzen zu entlasten und zugleich riesige Rechenkapazitäten zu betreiben.
Für Nvidia festigen diese Modelle den Absatz der eigenen Beschleuniger im Markt. Das Unternehmen setzt damit seinen Expansionskurs im Zentrum des globalen Ausbaus von Rechenzentren fort.
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