Nvidia Aktie: Musk kauft auf Pump
SpaceX will die Finanzierung für Nvidia-Hardware selbst am Kapitalmarkt beschaffen; der Abschluss der Transaktion wird 2027 erwartet.

- 40 Milliarden Dollar Finanzierung geplant
- Bankkredite und Anleihen vorgesehen
- Abschluss für 2027 erwartet
- Nvidia-Aktie nachbörslich rund 0,5 Prozent höher
SpaceX will Nvidia-Chips offenbar mit geliehenem Geld bezahlen. Das Unternehmen von Elon Musk sucht dafür 40 Milliarden Dollar am Kreditmarkt. Ein klassisches Kreislaufgeschäft ist das nicht: Nvidia verleiht kein Geld an den Kunden, SpaceX besorgt sich die Mittel selbst bei Banken und Anleihegläubigern.
So ist die Finanzierung gestrickt
Rund zehn Milliarden Dollar sollen aus Bankkrediten stammen, weitere 30 Milliarden aus Schuldtiteln mit Investment-Grade-Rating. Apollo Global Management soll die Transaktion anführen und helfen, die Papiere breit zu platzieren. Auch der Anleihemanager Pimco gehört zu einer kleinen Gruppe möglicher Kreditgeber. Ein Abschluss wird für 2027 erwartet. Offiziell bestätigt haben die Beteiligten den Plan nicht, Pimco lehnte einen Kommentar ab.
Die Verbindung zu Nvidia ist eng. Musk kündigte an, die Rechenzentren seines KI-Projekts Colossus ausschließlich mit Nvidia-Hardware auszustatten. Im Vormonat stellte er in Aussicht, die Zahl der Chips in Colossus 2 bis Dezember mehr als zu verdoppeln.
An der Börse fiel die Reaktion verhalten aus. Die Nvidia-Aktie legte nachbörslich um rund 0,5 Prozent zu, SpaceX gab um mehr als ein Prozent nach.
Ein Konzern nahe der Sechs-Billionen-Marke
Der Bericht trifft auf eine ohnehin starke Phase. Nvidia fehlen rund vier Prozent bis zu einem Börsenwert von sechs Billionen Dollar, den noch kein Unternehmen erreicht hat. Zuletzt schloss die Aktie bei knapp 240 Dollar. Rückenwind kam zudem vom Zulieferer Hon Hai, der einen unerwartet hohen Quartalsumsatz meldete.
Charttechnisch sehen Beobachter die Aufwärtsbewegung seit dem Frühjahr intakt. Als nächste Ziele gelten 250,70 und 271,80 Dollar. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 220,90 Dollar markiert die wichtige Haltelinie. Fällt die Aktie nachhaltig darunter, wäre das Bild eingetrübt.
Hinter dem Deal steht ein größeres Muster. Morgan Stanley schätzt den externen Finanzierungsbedarf für KI-Infrastruktur bis 2028 auf 1,5 Billionen Dollar. Nvidia selbst gründete im August mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR Plattformen, die mehr als 500 Milliarden Dollar mobilisieren sollen.
Kreditgeber werden indes vorsichtiger, und die Kapitalmarktzinsen steigen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte zu Wochenbeginn den höchsten Stand seit 2002.
Genau hier liegt das Risiko für das Geschäftsmodell: Teurere Finanzierung könnte die Investitionspläne der Großkunden bremsen. Am Mittwoch richtet sich der Blick zunächst auf das Protokoll der Fed-Sitzung, das am Abend erscheint.
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