Nvidia Aktie: Musk verdoppelt Chip-Order

xAI will Colossus 2 ausbauen, während Nvidia für das laufende Quartal rund 108 Milliarden Dollar Umsatz anpeilt.

Die Kernpunkte:
  • xAI plant zusätzliche GB300-Chips
  • Nvidia meldete 96,2 Milliarden Dollar Quartalsumsatz
  • US-Exportkontrollen für Chips bleiben bestehen
  • Alle 31 Analystenhäuser empfehlen Buy

Ein Staatsbankett im Weißen Haus, Jensen Huang am Haupttisch neben Xi Jinping – und im Hintergrund ein Rechenzentrum in Memphis, das gerade sein Volumen verdoppelt. Für Nvidia war diese Woche gleich in zwei Dimensionen relevant: geopolitisch und operativ.

Colossus 2 wächst im Eiltempo

Elon Musk kündigte an, die Zahl der hochentwickelten Nvidia-Chips in seinem xAI-Rechenzentrum Colossus 2 bis Jahresende etwa zu verdoppeln. Aktuell laufen dort 110.000 GB200- und 440.000 GB300-Chips.

Schon in der kommenden Woche sollen weitere 220.000 GB300-Chips hinzukommen, im November die gleiche Menge, und bei gutem Verlauf im Dezember noch einmal so viele. Musk bezeichnet Colossus als den weltweit größten KI-Supercomputer, blieb aber eine Antwort schuldig, ob genug Energie für den zusätzlichen Betrieb bereitsteht.

Der Ausbau trifft auf ein Data-Center-Geschäft, das ohnehin schon rasant wächst. Im zweiten Fiskalquartal erzielte Nvidia einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar, davon entfielen 89,0 Milliarden Dollar auf das Rechenzentrumsgeschäft – ein Plus von 117 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Auftrag wie der von xAI zeigt, wie konzentriert diese Nachfrage inzwischen bei einzelnen Großkunden liegt.

Der Staatsbesuch brachte wenig Konkretes

Beim Treffen zwischen Trump und Xi saß Huang prominent am Haupttisch, gemeinsam mit Elon Musk, AMD-Chefin Lisa Su und Apple-Chef Tim Cook. Handfeste Ergebnisse für Nvidia blieben jedoch aus. Die Zollwaffenruhe zwischen beiden Ländern wurde lediglich bis zum 10. Januar verlängert, eine Lockerung der US-Exportkontrollen für Chips gab es nicht.

Für Nvidia ist das inzwischen verkraftbar – der Konzern hat Umsätze mit chinesischen Rechenzentren komplett aus seinem Ausblick gestrichen und peilt für das laufende Quartal dennoch rund 108 Milliarden Dollar Umsatz an.

Brisanter ist ein anderer Punkt aus dem chinesischen Protokoll: Xi forderte, die USA sollten die Unabhängigkeit Taiwans künftig ausdrücklich „ablehnen“ statt sie nur „nicht zu unterstützen“. Für eine Branche, deren modernste Fertigung auf der Insel steht, ist das ein Satz mit Sprengkraft.

Analysten bleiben bei Buy

Der Analystenkonsens fällt weiterhin eindeutig aus. Alle 31 erfassten Häuser stufen die Aktie mit Buy ein, die Kursziele reichen von 275 bis 465 Dollar. Bernstein-Analyst Stacy Rasgon bestätigte zuletzt sein Kursziel von 400 Dollar, Rothschild & Co Redburn nannte 325 Dollar.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie in einem Seitwärtsband. Nach dem Schlusskurs von 224,58 Dollar markiert das Hoch vom 4. September bei 234,76 Dollar den nächsten Widerstand, während sich um 210 Dollar eine Unterstützungszone gebildet hat – dort drehte der Kurs zuletzt im August und September nach oben. Ein Bruch dieser Zone würde das bisherige Handelsband nach unten verlassen.

Der nächste Quartalsbericht ist vorläufig für den 25. November angesetzt. Dann dürfte sich zeigen, wie stark Großaufträge wie der von xAI das Wachstum im Data-Center-Geschäft tatsächlich stützen.

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