Nvidia Aktie: Nicholas Parker ab 24. August
Nvidia steigt vom reinen Hardwareverkauf auf wiederkehrende Erlöse um und holt einen Microsoft-Manager für den Vertrieb.

- Neue Strategie: Umsatzbeteiligung statt reiner Chipverkauf
- Microsoft-Manager wird neuer Vertriebschef
- Lieferverzögerungen bei neuen Rack-Systemen
- Ambitionierte Umsatzprognose für zweites Quartal
Der Chip-Gigant ändert die Spielregeln. Nvidia verlässt sich nicht mehr nur auf den reinen Verkauf von Hardware. Der Konzern will künftig dauerhaft an den Gewinnen seiner Cloud-Partner mitverdienen. Ein ehemaliger Microsoft-Manager soll diese Transformation anführen.
Neues Geschäftsmodell bringt Planungssicherheit
Das Ziel: wiederkehrende Einnahmen. Nvidia finanziert den Ausbau von Rechenzentren bei kleineren Cloud-Anbietern vor. Im Gegenzug kassiert das Unternehmen nicht nur den Kaufpreis der neuen Blackwell-Chips. Der Konzern sichert sich eine prozentuale Beteiligung an den laufenden Erlösen.
Erste Großaufträge stehen fest. In Australien nimmt Sharon AI rund 40.000 Grace-Blackwell-Chips ab. Dieser Vertrag läuft über sechs Jahre.
Ein weiteres Großprojekt entsteht in Indonesien. Firmus Technologies baut dort mit Nvidia ein riesiges Rechenzentrum. Bis 2028 fließen bis zu 170.000 KI-Beschleuniger in die Anlage. Die Kapazitätsverträge summieren sich auf fast 30 Milliarden US-Dollar.
Auch kleinere Deals laufen an. Bit Origin investiert in Malaysia elf Millionen US-Dollar in neue Server. Das Projekt soll Nvidia monatlich 360.000 US-Dollar an wiederkehrenden Umsätzen bringen.
Frisches Blut für den Vertrieb
Für diese Neuausrichtung holt Nvidia Nicholas Parker an Bord. Der Manager wechselt von Microsoft nach Kalifornien. Er startet am 24. August 2026 als Vertriebschef. Sein Vorgänger Ajay K. Puri geht in den Ruhestand. Puri bleibt dem Konzern lediglich als Berater erhalten.
Nvidia lässt sich den Neuzugang einiges kosten. Parker erhält ein Grundgehalt von einer Million US-Dollar. Dazu winken ein millionenschwerer Antrittsbonus und üppige Aktienpakete. Der Wert dieser Papiere liegt bei rund 40 Millionen US-Dollar.
Schattenseiten beim Produktionshochlauf
Die Nachfrage sprengt weiterhin alle Kapazitäten. Nvidias wichtigster Fertigungspartner Foxconn verbuchte im zweiten Quartal einen massiven Umsatzsprung. Die Erlöse kletterten um fast 40 Prozent auf knapp 79 Milliarden US-Dollar. KI-Server treiben dieses Wachstum maßgeblich an.
Allerdings knirscht es in der Lieferkette. Marktdaten belegen massive Probleme bei der neuen Hardware. Die Rack-Systeme der Serie Kyber NVL144 verspäten sich offenbar erheblich. Grund sind Komplikationen bei den internen Leiterplatten.
Nvidia verschiebt die Auslieferung voraussichtlich auf das Jahr 2028. Das entspricht einer Verzögerung von mehr als zwölf Monaten. Auch die größeren NVL576-Systeme dürften von diesem Engpass betroffen sein.
Wachstumsziele bleiben ambitioniert
Der Vorstand hält den Kurs trotz der technischen Hürden. Für das laufende zweite Geschäftsquartal plant Nvidia mit Umsätzen von rund 91 Milliarden US-Dollar. Die Lieferverpflichtungen summierten sich zuletzt auf gut 95 Milliarden US-Dollar.
An der Börse zeigt sich aktuell ein gemischtes Bild. Die Aktie schloss am Freitag bei knapp 172 Euro. Seit Jahresbeginn verbuchen Anleger damit ein Plus von rund sieben Prozent.
Das kurzfristige Momentum bleibt neutral. Der Kurs notiert aktuell knapp 15 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Setzen sich die Verzögerungen bei den neuen Rack-Systemen bis 2028 fort, gerät Nvidias extrem straffer Zeitplan für Produktzyklen ernsthaft in Gefahr.
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