Nvidia Aktie: Rechtsstreit um Groq-Deal
Zwei frühere Groq-Ingenieure beanstanden den Deal; Groq weist die Vorwürfe zurück, während Nvidia bislang schweigt.

- Klage in Delaware am 2. Oktober eingereicht
- 17 Milliarden Dollar für nicht exklusive Lizenz
- Groq bestreitet die Anschuldigungen
- Nvidia-Aktie am Montag 1,3 Prozent höher
Während die Nasdaq Rekorde jagt, bekommt Nvidia juristischen Gegenwind. Zwei frühere Groq-Ingenieure klagen gegen den Deal, mit dem sich der Chipriese Technologie und Personal des KI-Start-ups gesichert hat. Der Vorwurf: Die Aktionäre seien zu billig abgespeist worden.
Was die Kläger bemängeln
Joshua Rubin und Benjamin Serebrin reichten ihre Klage am 2. Oktober beim Court of Chancery in Delaware ein. Beide hatten Groq verlassen, bevor der Deal bekannt wurde, halten aber weiterhin Anteile. Sie werfen dem Verwaltungsrat vor, das Unternehmen ohne die nach Delaware-Recht nötige Aktionärsabstimmung und ohne Prozess zur Wertmaximierung faktisch an Nvidia verkauft zu haben.
Nach der Klageschrift flossen 17 Milliarden Dollar in eine als „nicht exklusiv“ bezeichnete Lizenz. Weitere 3 Milliarden Dollar entfielen auf Aktieneinheiten für die Mitarbeiter, die mit der Technologie zu Nvidia wechselten. Mehrere Verwaltungsratsmitglieder, so die Kläger, hätten über ihre Fonds von späteren Erlösen profitiert und seien deshalb befangen gewesen.
Groq weist die Vorwürfe zurück. Die Klage sei unbegründet, man werde sich entschieden wehren. Die Lizenzvereinbarung habe Groq, Investoren und Beschäftigten „außergewöhnlichen Wert“ gebracht. Nvidia selbst hat sich bislang nicht geäußert.
Struktur des Deals
Im Dezember 2025 hatte Groq die Lizenzvereinbarung für seine Inferenz-Technologie angekündigt. Gründer Jonathan Ross und Präsident Sunny Madra wechselten zu Nvidia, ebenso rund 150 bis 200 Ingenieure. Groq selbst besteht als eigenständiges Unternehmen fort und hat seit Juni rund eine Milliarde Dollar eingesammelt, unter anderem von Nvidia.
Konzernchef Jensen Huang betonte damals, Nvidia kaufe Groq nicht als Unternehmen. Man wolle die Prozessoren mit niedriger Latenz in die eigene KI-Fabrik-Architektur integrieren und so Inferenz- und Echtzeit-Anwendungen breiter bedienen. Genau diese Konstruktion rückt nun in den Blick der Kläger.
Markt zeigt sich unbeeindruckt
An der Börse spielte der Streit zunächst keine Rolle. Nvidia legte am Montag um 1,3 Prozent zu, gestützt von einem besser als erwarteten Quartalsumsatz des Partners Hon Hai, der auf anhaltend hohe KI-Investitionen hindeutet. Der Nasdaq 100 notierte nahe seinem Rekordhoch, obwohl die Renditen zehnjähriger US-Anleihen auf dem höchsten Stand seit 2002 verharren.
Auch fundamental sehen Befürworter wenig Anlass zur Sorge. Das Umsatzwachstum beschleunigte sich zuletzt auf 106 Prozent, für das kommende Geschäftsjahr stellte das Management rund 70 Prozent in Aussicht. Das Forward-KGV liegt je nach Schätzung bei 20 bis 25. Selbst ältere H100-Systeme sind gefragt: Die Mietpreise stiegen zuletzt zweistellig.
Skeptiker wie Michael Burry warnen dagegen vor einer Blase. Für die Aktie dürfte der weitere Verlauf der Delaware-Klage daher vor allem eine Frage der Schlagzeilen sein, solange Nvidia keine finanziellen Folgen beziffern muss.
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