Nvidia Aktie: Rekorde und Richtungswechsel

Nvidia schließt ein Rekordjahr ab und verlagert Produktionskapazitäten von China auf die neue Vera-Rubin-Plattform. Die GTC-Konferenz im März soll die nächste Wachstumsphase einläuten.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt im Geschäftsjahr auf 216 Milliarden Dollar
  • Produktion von China-Chips H200 gestoppt
  • Neue Vera-Rubin-Plattform in Serienfertigung
  • GTC-Konferenz als nächster Katalysator erwartet

Nvidia liefert Rekordergebnisse ab – und zieht sich gleichzeitig aus dem chinesischen Markt zurück. Was nach Widerspruch klingt, ist in Wahrheit eine strategische Weichenstellung. Während der Chipgigant im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Rekordzahlen überzeugte, verschiebt das Unternehmen nun Produktionskapazitäten von China auf die neue Vera-Rubin-Plattform. Am 16. März folgt mit der GTC-Konferenz der nächste große Auftritt.

Rekordjahr mit 216 Milliarden Dollar Umsatz

Das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 schloss Nvidia mit einem Umsatz von 68,1 Milliarden Dollar ab – ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 20 Prozent mehr als im Vorquartal. Über das Gesamtjahr summierte sich der Erlös auf 215,9 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 65 Prozent entspricht.

Die Profitabilität entwickelte sich parallel: Die Bruttomarge legte um zwei Prozentpunkte zu, der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 82 Prozent auf 1,62 Dollar. Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 peilt Nvidia einen Umsatz von rund 78 Milliarden Dollar an. In dieser Prognose sind keine Erlöse aus dem Verkauf von Rechenzentrums-Chips nach China einkalkuliert.

China-Geschäft eingestellt – Kapazitäten umgeschichtet

Die bedeutendste Entwicklung der vergangenen Woche: Nvidia hat die Produktion des H200-Chips für den chinesischen Markt gestoppt. Laut Financial Times wurden die Fertigungskapazitäten bei TSMC auf die kommende Vera-Rubin-Plattform verlagert.

Der Hintergrund ist regulatorischer Natur. Zwar genehmigte die US-Regierung im Januar prinzipiell den Verkauf der Chips nach China, doch Exportkontrollen für fortschrittliche Halbleitertechnologie blockieren faktisch die Auslieferung. Chinesische Technologiekonzerne hatten Berichten zufolge mehr als zwei Millionen Chips für 2026 geordert – bei einem geschätzten Stückpreis von 27.000 Dollar hätten allein diese Bestellungen Umsätze im zweistelligen Milliardenbereich bedeutet. Bytedance etwa wollte angeblich 13,8 Milliarden Dollar in Nvidia-Chips investieren. Doch keine einzige H200-Einheit wurde nach China verkauft.

Nvidia reagiert auf diese Situation mit Pragmatismus: Rund 250.000 bereits produzierte H200-Einheiten bleiben als Reserve, falls sich die Lage ändert. Die freigewordenen Produktionskapazitäten fließen in Vera Rubin – eine Plattform, die unter aktuellen Exportregeln ohnehin nicht nach China verkauft werden darf und deren Leistung das 22-fache der in China zugelassenen Chips erreicht.

Vera Rubin in Serienproduktion – GTC rückt näher

Die neue Architektur ist bereits in Vollproduktion bei TSMC auf einem 3-Nanometer-Prozess. Vera Rubin liefert rund 50 Petaflops Inferenzleistung – das Fünffache der Blackwell-Generation. AWS, Google Cloud, Microsoft und Oracle gehören zu den ersten Cloud-Anbietern, die die Plattform ab der zweiten Jahreshälfte 2026 ausrollen werden.

CEO Jensen Huang erklärte gegenüber Analysten, das Unternehmen erwarte für 2026 sequenzielles Umsatzwachstum. Das Auftragsbuch für Blackwell und Rubin bezifferte er auf 500 Milliarden Dollar – eine Zahl, die seiner Einschätzung nach mittlerweile zu konservativ sei.

Die GTC-Konferenz vom 16. bis 19. März in San Jose wird zum nächsten Katalysator. Mehr als 30.000 Teilnehmer aus über 190 Ländern werden erwartet. In seiner Keynote am 16. März will Huang neue Chipdesigns vorstellen, darunter die Feynman-Chips für fortgeschrittene KI-Anwendungen, Updates zur Rubin-Linie und einen neuen CPU-Chip für den PC-Markt.

Starke Fundamentaldaten treffen auf verhaltene Stimmung

Innerhalb der vergangenen zwölf Monate legte die Nvidia-Aktie um 61 Prozent zu. Zuletzt kämpfte der Titel jedoch damit, die herausragenden Quartalszahlen in Kursstärke umzusetzen. Trotz überzeugender Ergebnisse und optimistischer Prognose gab die Aktie nach der Zahlenvorlage nach.

Die großen Cloud-Anbieter – darunter Microsoft und Amazon – planen für 2026 Investitionsausgaben von über 650 Milliarden Dollar. Diese strukturelle Nachfrage untermauert Nvidias Auftragslage und bildet die Basis für die nächste Wachstumsphase. Am 16. März erhält das Unternehmen die Gelegenheit, die KI-Infrastruktur-Agenda neu zu definieren – und möglicherweise die Marktstimmung vor dem Start der Vera-Rubin-Ära zu drehen.

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 9. März liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Nvidia