Nvidia Aktie: Rekordhoch trotz Gegenwind

Nvidia stockt die Rückkauf-Ermächtigung um 150 Milliarden Dollar auf; Morgan Stanley führt die Aktie erneut als Top-Pick.

Die Kernpunkte:
  • Aktie steigt auf 236,57 Dollar
  • Rückkauf-Ermächtigung wächst um 150 Milliarden Dollar
  • Morgan Stanley nennt 300 Dollar Kursziel
  • Michael Burry warnt vor KI-Leasingblase

Nvidia hat heute ein neues Allzeithoch markiert, und das ausgerechnet an einem Tag, an dem ein bekannter Skeptiker erneut vor einer Blase warnt. Rückenwind kommt von einem Rekord-Rückkaufprogramm und einer prominenten Analystenempfehlung.

Rekordhoch bei rund 237 Dollar

Die Aktie übersprang im Handel die Marke vom Mai und stieg bis auf 236,57 Dollar. Vorbörslich lag das Papier zeitweise knapp 2 Prozent im Plus, am Nachmittag notierte es rund 2,7 Prozent höher. Im Dow Jones gehörte Nvidia damit zu den stärksten Werten.

Auslöser ist ein Bündel an Nachrichten. Der Vorstand stockt das Aktienrückkaufprogramm um 150 Milliarden Dollar auf, die verbleibende Ermächtigung wächst damit auf 235 Milliarden Dollar. Das ist die größte Aufstockung in der Firmengeschichte und mehr als Apples 110-Milliarden-Programm von 2024. Eine Kaufpflicht besteht allerdings nicht. Umgesetzt werden soll das Programm bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028.

Morgan Stanley setzt wieder auf Nvidia

Morgan Stanley führt Nvidia erneut als Top-Pick im Halbleitersektor. Analyst Joseph Moore nennt die Bewertung „sehr undemanding“: Die Aktie kostet das 15-Fache der für 2028 erwarteten Gewinne. Ein höheres Multiple sei möglich, aber nicht nötig, solange die Schätzungen weiter steigen. Das Kursziel liegt bei 300 Dollar.

Moore sieht den Engpass im KI-Geschäft von der Chipproduktion zum Bau und zur Finanzierung neuer Rechenzentren wandern. Das komme Nvidia entgegen, zumal die Kundenbasis breiter sei, als es die Debatte um Hyperscaler vermuten lasse. Mit der für 2028 erwarteten Feynman-Architektur soll der Umsatz pro Gigawatt von 40 Milliarden auf deutlich über 50 Milliarden Dollar steigen.

Cantor Fitzgerald bestätigte zuletzt sein Kursziel von 350 Dollar, Barclays nennt 275 Dollar. Das Analystenbild reicht damit von 275 bis 350 Dollar.

Burry warnt vor Leasingblase

Nicht alle teilen den Optimismus. Michael Burry vergleicht die Euphorie um KI-Chips mit der Computerleasing-Blase der 1960er Jahre. Anlass ist auch die Finanzierung des Booms: Amazon prüft ein Sale-and-Leaseback für Grafikprozessoren, Broadcom sammelt 60 Milliarden Dollar ein. Marktbeobachter rechnen deshalb teils mit Gewinnmitnahmen nach dem Rekordlauf.

Im Hintergrund belasten zudem hohe Anleiherenditen die Märkte. Die zehnjährige US-Rendite erreichte zuletzt den höchsten Stand seit 24 Jahren. Bislang hat das die Tech-Werte nicht gebremst.

Die nächsten Quartalszahlen sind vorläufig für den 25. November terminiert. Bis dahin entscheidet sich, ob Nvidia die Rückkäufe in nennenswertem Umfang vollzieht: Nach einer Rechnung wären im Schnitt rund 44 Milliarden Dollar je Quartal nötig, im zweiten Quartal flossen knapp 20 Milliarden.

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