Nvidia Aktie: Rubin-Ultra bleibt auf Kurs
Nvidia-CEO Jensen Huang stellt klar: Die nächste Chip-Generation Rubin Ultra kommt planmäßig 2027. Der Konzern profitiert zudem von einer breiteren Kundenbasis.

- Rubin-Ultra-Start für 2027 bestätigt
- Kundenbasis verlagert sich von Cloud-Riesen
- Vera-CPU soll 20 Milliarden Dollar Umsatz bringen
- Aktie erholt sich trotz Abstand zum Hoch
Gerüchte über eine Verzögerung bei Nvidias nächster Chip-Generation kursierten seit Wochen. Nvidia-CEO Jensen Huang hat ihnen jetzt persönlich widersprochen. Auf einer Investorenveranstaltung von Morgan Stanley am Wochenende bestätigte er: Die Rubin-Ultra-Plattform bleibt auf Kurs für den Marktstart 2027.
Der Aktienkurs bestätigt die aktuell gute Stimmung. Am Freitag schloss das Papier bei 184,60 Euro, ein Plus von knapp acht Prozent binnen sieben Tagen. Vorausgegangen war eine kräftige Erholung, bei der Nvidia an nur zwei Handelstagen umgerechnet rund 393 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung zurückgewann. Der Konzern kommt inzwischen auf einen Börsenwert von 4.475 Milliarden Euro.
Nachfrage verschiebt sich weg von den Hyperscalern
Eine Analyse der Bank Citi vom 12. Juli zeigt einen Strukturwandel bei Nvidias Kundschaft. Früher trieben vor allem die großen Cloud-Anbieter das Wachstum. Jetzt kommen die stärksten Impulse aus anderen Ecken: spezialisierte KI-Labore, staatliche Programme und Unternehmen, die eigene Rechenzentren betreiben.
Besonders der Trend zur „Sovereign AI“ gewinnt an Bedeutung. Damit ist gemeint, dass Staaten gezielt in eigene Computing-Infrastruktur investieren, unabhängig von US-Cloud-Konzernen. Für Nvidia wirkt das wie ein Puffer gegen Konjunkturschwankungen, seit gut zwei Jahren im Aufbau. Der Wandel kommt zur rechten Zeit: Custom-Chips von Wettbewerbern sollen ihren Marktanteil von 20,9 Prozent 2025 auf 27,8 Prozent 2026 steigern. Die breitere Kundenbasis dürfte diesen Druck zumindest abfedern.
Neues CPU-Geschäft und mehr Geld für Taiwan
Beim Roadshow-Termin sprach Huang auch über die Vera-CPU-Plattform. Nvidia peilt für das laufende Geschäftsjahr rund 20 Milliarden Dollar Umsatz mit dem eigenständigen CPU-Geschäft an. Analysten von Wedbush sehen darin mehr als nur ein Nebenprodukt: Die Vera-CPU öffne Nvidia einen Markt jenseits der klassischen Grafikchips. Laut Unternehmensangaben liefert die Hardware die 1,8-fache Leistung vergleichbarer x86-Prozessoren.
Huang kündigte zudem eine deutliche Aufstockung der Investitionen in Taiwan an. Die jährlichen Ausgaben dort sollen von 100 auf 150 Milliarden Dollar steigen. Ein Teil des Geldes fließt in den „Constellation“-Campus in Taipeh, der bis 2030 Platz für 4.000 Mitarbeiter bieten soll.
Bewertung bleibt moderat trotz starker Erholung
Der aktuelle Kurs liegt zwar 8,84 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro aus dem Mai. Zum 52-Wochen-Tief von 140,62 Euro im Juli 2025 beträgt der Abstand jedoch mehr als 31 Prozent. Der Kurs notiert damit auch klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 181,22 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 164,78 Euro.
Trotz der starken Rally wirkt die Bewertung nicht überzogen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt je nach Schätzung zwischen 18 und 23 — spürbar günstiger als der S&P 500, der aktuell über 20 notiert. Das operative Geschäft liefert die Basis dafür: Im ersten Quartal erzielte Nvidia einen Umsatz von 81,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das zweite Quartal rechnet der Konzern mit rund 91 Milliarden Dollar.
An die Aktionäre fließt ebenfalls mehr zurück. Der Vorstand hat ein Rückkaufprogramm im Volumen von 80 Milliarden Dollar genehmigt und die Quartalsdividende jüngst auf 0,25 Dollar je Aktie angehoben.
Am 14. Juli veröffentlichen die USA neue Verbraucherpreisdaten. Für stark bewertete Tech-Werte wie Nvidia dürfte das kurzfristig über die Schwankungsbreite an den Märkten entscheiden.
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