Nvidia Aktie: Rubin-Ultra mit drei Speichervarianten
Nvidia prüft wegen der HBM-Knappheit GPUs mit weniger Speicher. Analysten sehen darin zusätzliche Nachfrage für Zulieferer wie Micron.

- Speicherknappheit erzwingt Umplanung
- SpaceX-Deal verspricht Milliardenumsätze
- Aktie erholt sich nach Kursverlusten
- Quartalszahlen Ende August erwartet
Nvidia prüft laut einem Bericht des Fachmediums The Information mindestens drei Varianten seines kommenden Rubin-Ultra-Grafikprozessors mit reduzierter Speicherausstattung. Ursprünglich hatte der Konzern für den Chip ein Terabyte HBM4E-Speicher pro GPU vorgesehen. Weil hochbandbreitiger Speicher (HBM) derzeit knapp ist und die Preise entsprechend anzieht, evaluiert Nvidia nun Konfigurationen mit HBM4E in 8-Hi-Bauweise sowie HBM4 in 8- und 12-Hi-Varianten. Eine geringere Speicherausstattung pro Chip würde bedeuten, dass Kunden für große KI-Modelle mehr Einheiten benötigen — ein Umstand, der Zulieferern wie Micron zusätzliche Nachfrage bescheren könnte. Erst am 4. August hatten SK Hynix und SanDisk einen neuen HBF-Standard vorgestellt, was die Debatte um die Speicherknappheit zusätzlich befeuert.
Die Meldung trifft auf ein Umfeld, in dem Nvidia gleich an mehreren Fronten Wachstumsversprechen einlöst. Für das dritte Fiskalquartal ist der Produktionsstart der Vera-Rubin-Plattform terminiert, jenes Systems, das Firmenchef Jensen Huang als Grundlage für kumulierte Umsätze von einer Billion Dollar bis 2027 bezeichnet hat. SpaceX hat sich verpflichtet, seine Recheninfrastruktur ausschließlich mit Nvidia-Technik aufzubauen, mit einem Ziel von mehr als zwei Gigawatt Rechenleistung bis Ende 2026 und rund zehn Gigawatt bis Ende 2027. Der Analysehauses Melius rechnet vor, dass allein zwei Gigawatt zusätzlicher SpaceX-Kapazität rund 100 Milliarden Dollar an zusätzlichem Nvidia-Umsatz bedeuten könnten. Parallel dazu positioniert sich Nvidia mit dem Vera-Rubin-Chip auch im CPU-Geschäft für agentenbasierte KI-Anwendungen und zielt dort auf einen Markt mit einem geschätzten Volumen von 200 Milliarden Dollar.
Bewertung bleibt umstritten
Die fundamentale Ausgangslage liefert Argumente für beide Seiten der Debatte. Nvidia weist ein Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der vergangenen zwölf Monate von rund 33 auf, deutlich über dem Marktdurchschnitt des S&P 500 von etwa 24. Die Nettomarge liegt jedoch bei rund 63 Prozent gegenüber einem Marktschnitt von 13 Prozent, was die Prämie aus Sicht mancher Analysten rechtfertigt. Am Kapitalmarkt sammeln sich unterdessen 58 Kaufempfehlungen gegenüber zwei Halten- und einer Verkaufsempfehlung, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 302,83 Dollar. Gegenläufig positioniert sich der bekannte Investor Michael Burry, der eine Short-Position gegen Nvidia hält und das Unternehmen jüngst als „mafiaähnlich“ bezeichnete. Zudem verzeichneten Insider zuletzt in 26 Transaktionen per saldo Verkäufe — ein Signal, das Vorsichtige als Warnzeichen deuten, auch wenn es angesichts der Kursentwicklung der vergangenen Monate nicht überbewertet werden sollte.
An der Börse hat sich die Aktie von den Kursverlusten erholt, die vor gut einer Woche auf Berichte über die Finanzierungsstruktur von OpenAI gefolgt waren. Seither hat das Papier rund 9,0 Prozent zugelegt. Zum Handelsschluss am Donnerstag notierte die Aktie bei 189,82 Euro, was einem Abstand von 6,26 Prozent zum 52-Wochen-Hoch vom 14. Mai entspricht. Die Erholung zeigt, dass Anleger die kurzfristigen Sorgen um Finanzierungsstrukturen der Kunden vorerst wieder relativiert haben.
Nächster Prüfstein Ende August
Für die nächste harte Bewährungsprobe müssen sich Anleger noch gedulden: Am 26. August legt Nvidia die Zahlen für das zweite Fiskalquartal 2027 vor. Der Konzern selbst hat für dieses Quartal einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar sowie eine Bruttomarge von etwa 75 Prozent in Aussicht gestellt. Bis dahin dürfte die Diskussion um Speicherengpässe, die Bewertung der Aktie und die Skepsis einzelner prominenter Shortseller die Kursentwicklung weiter begleiten.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 7. August liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




