Nvidia Aktie: Rückkaufprogramm auf 235 Milliarden erhöht
OpenAIs Umsatzdifferenz beruht auf der Abgrenzung von Brutto- und Nettoerlösen; Morgan Stanley hält an Nvidias Kaufempfehlung fest.

- Nvidia-Aktie legt 1,6 Prozent zu
- OpenAI meldete knapp 50 Milliarden Dollar
- Morgan Stanley bestätigt Overweight-Rating
- Rückkaufvolumen steigt auf 235 Milliarden Dollar
Gestern sorgten Berichte über angebliche Umsatzeinbußen bei OpenAI für Unruhe im gesamten Technologiesektor. Eine Lücke von rund 20 Milliarden US-Dollar beim annualisierten Umsatz des KI-Entwicklers erwies sich jedoch als buchhalterische Abgrenzung zwischen Brutto- und Nettoerlösen. Nach den Kursverlusten des Vortags fasst die Nvidia-Aktie wieder Tritt und notiert heute bei 208,90 Euro, was einem Plus von 1,6 Prozent entspricht.
Laut der Financial Times teilte OpenAI seinen Investoren mit, dass die annualisierte Umsatzrate Ende September knapp 50 Milliarden US-Dollar betrug, nachdem zuvor Zahlen von bis zu 70 Milliarden US-Dollar kursiert hatten. Die Differenz geht darauf zurück, dass Erlöse über Cloud-Partner nicht voll eingerechnet wurden. Im regulären US-Handel hatte das Papier von Nvidia gestern als Reaktion auf die Berichte um 2,94 Prozent nachgegeben.
Morgan Stanley bekräftigt Kaufempfehlung
Während die Nervosität im Sektor kurzzeitig aufflammte, werten Marktbeobachter die Fundamentaldaten der Chiphersteller weiterhin als intakt. Die Nachfrage nach Beschleunigerhardware für Rechenzentren bleibt hoch, zumal führende Cloud-Konzerne ihre Ausbaupläne für Rechenzentren unvermindert vorantreiben. Ein Einbruch der tatsächlichen Hardware-Bestellungen lässt sich aus den Berechnungsunterschieden nicht ableiten.
Morgan Stanley stufte Nvidia vor diesem Hintergrund erneut als Spitzenwert im Halbleitersektor ein. Analyst Joseph Moore bestätigte das Rating „Overweight“ mit einem Kursziel von 300 US-Dollar. Er betonte, dass der Bedarf an modernen Grafikprozessoren das bestehende Angebot weiterhin spürbar übersteige und Engpässe bei der Stromversorgung sowie Rechenzentrumskapazitäten den Ausbauzyklus eher strecken als abwürgen.
Rekord-Rückkäufe und Ausblick auf das Quartal
Zusätzlichen Rückhalt liefert dem Konzern die eigene Kapitalallokation. Der Vorstand genehmigte unlängst eine Aufstockung des laufenden Aktienrückkaufprogramms um 150 Milliarden US-Dollar. Damit kletterte das gesamte verbleibende Rückkaufvolumen auf 235 Milliarden US-Dollar. Nvidia plant, diese Mittel bis zum Geschäftsjahr 2028 vollständig an die Anteilseigner zurückzuführen.
Operativ stehen die Zeichen ebenfalls auf Expansion. Für das laufende dritte Quartal stellte das Management zuletzt Erlöse von 108,0 Milliarden US-Dollar in Aussicht, bei einer üblichen Schwankungsbreite von plus/minus zwei Prozent. Die nächsten offiziellen Geschäftszahlen will der Konzern am 17. November vorlegen.
Mit einem Abstand von nur 3,3 Prozent zum 52-Wochen-Hoch notiert das Papier weiterhin in unmittelbarer Reichweite seiner Rekordstände. Die rasche Einordnung der Kennzahlen zeigt, dass Anleger kurzfristige Verwirrungen um Software-Partner von den realen Investitionen in die physische KI-Infrastruktur zu trennen wissen.
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