Nvidia Aktie: Sechs Tage Minus vor 26. August
Nvidia verzeichnet sechs Verlusttage in Folge vor den Quartalszahlen am 26. August. Analysten sehen trotz hoher Erwartungen intakte Fundamentaldaten und starke Nachfrage nach KI-Chips.

- Sechs Verlusttage vor Quartalszahlen
- Gewinnwachstum von fast 100 Prozent erwartet
- KGV nahe Fünf-Jahres-Tief
- Hyperscaler-Aufträge von 2,3 Billionen Dollar
Sechs Handelstage in Folge im Minus. Für eine Aktie, die als Symbol des KI-Booms gilt, ist das eine ungewöhnliche Serie. Nvidia schloss am Freitag bei 183,78 Euro, ein Minus von 1,1 Prozent auf Tagessicht und 5,6 Prozent auf Wochensicht.
Der Rückgang wirkt zunächst harmlos. Auf Jahressicht steht die Aktie noch immer 15 Prozent im Plus, und der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 139,78 Euro aus dem September 2025 beträgt komfortable 31 Prozent. Trotzdem wächst die Nervosität. Der Grund: Am 26. August legt Nvidia seine Quartalszahlen vor, und die Erwartungen sind gewaltig.
Das Perfektions-Paradox
Analysten rechnen mit einem Gewinnwachstum von fast 100 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Klingt nach einer sicheren Sache. Ist es aber nicht.
Nvidia hat in den vergangenen vier Quartalen jedes Mal die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen. Die Kursreaktion darauf fiel trotzdem oft mau oder sogar negativ aus. Der Markt hat die guten Nachrichten längst eingepreist, bevor sie offiziell verkündet werden. Diesmal reicht es Investoren nicht, nur die eigene Prognose zu schlagen. Sie wollen Beweise, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur bei den Kunden weiter an Tempo zulegt, statt seinen Höhepunkt zu erreichen.
Die technische Lage passt zu dieser Verunsicherung. Der 14-Tage-RSI liegt bei 48,1, damit hat sich die Aktie aus dem überkauften Bereich des Frühjahrs gelöst und bewegt sich neutral. Der Höchststand von 202,50 Euro von Mitte Mai rückt in weite Ferne, aktuell notiert die Aktie rund 9,2 Prozent darunter.
Warum die Nachfrage-Basis trotzdem trägt
Trotz der Kursschwäche sehen mehrere Wall-Street-Analysen das fundamentale Fundament als intakt an. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Nvidia liegt nahe einem Fünf-Jahres-Tief, während die Nachfrage nach der Blackwell-Plattform und der kommenden Rubin-Architektur hoch bleibt.
Ein zentraler Faktor für den langfristigen Ausblick: US-Hyperscaler wie Microsoft, Amazon und Alphabet sitzen auf einem Auftragsbestand von 2,3 Billionen Dollar. Diese Firmen stehen unter Druck, ihre Bestellungen in tatsächliche Umsätze umzuwandeln. Das erfordert weiterhin aggressive Investitionen in Rechenzentren. Nvidia liefert dafür die nötigen High-End-Chips und profitiert direkt von diesem Investitionszyklus.
Charttechnische Marken vor dem Bericht
Kurz vor dem Ende der Stillhaltephase rund um die Zahlen richten Analysten den Blick auf konkrete Kursmarken. Die 180-Euro-Schwelle, die eng am 50-Tage-Durchschnitt von 180,82 Euro liegt, gilt als erste psychologische Unterstützung.
Gelingt Nvidia am 26. August das, was Marktbeobachter den „Dreifach-Schlag“ nennen — Erwartungen übertreffen, die Prognose anheben und einen reibungslosen Hochlauf der Blackwell-Chips bestätigen — könnte die Aktie den 100-Tage-Durchschnitt von 179,23 Euro zurückerobern und wieder in Richtung ihrer alten Rekordstände laufen. Signalisiert das Management dagegen Engpässe in der Lieferkette oder eine Abkühlung bei staatlich finanzierten KI-Projekten, dürfte die langfristige Unterstützung am 200-Tage-Durchschnitt bei 168,44 Euro auf die Probe gestellt werden.
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