Nvidia Aktie: Südkorea-Offensive zahlt sich aus
Nvidia sichert sich durch strategische Allianzen mit SK Hynix, SK Telecom und Naver langfristige Lieferketten und Marktzugänge in Südkorea.

- Mehrjährige Partnerschaft mit SK Hynix
- KI-Cloud-Projekt mit SK Telecom
- Kooperation mit Naver für Infrastruktur
- Roboterentwicklung mit LG vereinbart
Jensen Huang ist derzeit viel unterwegs — und jede Begegnung hinterlässt Spuren. Während der globale Tech-Markt zum Wochenstart unter Druck geriet, präsentierte der Nvidia-CEO in Seoul ein Bündel an Partnerschaften, das Nvidias Anspruch auf die gesamte KI-Wertschöpfungskette unterstreicht.
Speicher, Cloud, Robotik — alles auf einmal
Das gewichtigste Abkommen ist die mehrjährige Technologiepartnerschaft mit SK Hynix. Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller verpflichtet sich, fortschrittliche High Bandwidth Memory-Typen gezielt für Nvidias KI-Rechenzentren zu entwickeln — nicht als gewöhnlicher Zulieferer, sondern als engster strategischer Partner. Huang formulierte es unmissverständlich: SK Hynix war Nvidias größter Speicherpartner und wird es bleiben. Das jährliche Einkaufsvolumen, schon heute in Milliardenhöhe, soll erheblich wachsen. Die Laufzeit beträgt über zwei Jahre, mit Verlängerungsoption.
Parallel dazu plant SK Telecom gemeinsam mit Nvidia eine KI-Cloud im Gigawatt-Maßstab in Südkorea — das erste Rechenzentrum soll 2027 in Betrieb gehen. Naver, Südkoreas führende Internetsuchmaschine, will seine KI-Infrastruktur mithilfe von Nvidias DSX-Plattform von anfänglich 55 Megawatt auf Gigawatt-Niveau ausbauen. Hinzu kommen Kooperationen mit LG zur Entwicklung humanoider Roboter sowie mit Doosan, das Materialien für Nvidias Blackwell-Chips produziert und künftig auch Energielösungen für Nvidias Rechenzentren liefern soll.
Strategisch mehr als ein Liefervertrag
Die Breite dieser Vereinbarungen ist bemerkenswert. Nvidia sichert sich nicht nur Speicherkapazitäten in einem angespannten Markt, sondern verankert seine Plattform — DSX, Nemotron, NeMo — tief in den Infrastrukturplänen mehrerer koreanischer Konzerne. Das macht Südkorea zu einem festen Baustein in Nvidias globalem Ökosystem, von KI-Fabriken über Cloud-Infrastruktur bis hin zu physischer KI in Robotik und Mobilität.
Das dürfte langfristig relevant sein: Analysten sehen die HBM-Nachfrage durch immer größere KI-Modelle weiter steigen, und Nvidia hat nun strukturelle Liefersicherheit in einem Segment, das bislang als kritischer Engpass galt.
Marktreaktion im breiten Ausverkauf
Die Nachrichtenlage traf auf einen schwierigen Handelstag. Der koreanische Kospi-Index brach um rund acht Prozent ein — ausgelöst durch starke US-Jobdaten, die Zinshoffnungen dämpften. SK Hynix verlor trotz der Kooperationsankündigung knapp acht Prozent. Naver hingegen konnte sich dem Sog weitgehend entziehen und schloss deutlich im Plus.
Für die Nvidia-Aktie selbst, die am Freitag bereits 6,2 Prozent auf 205,10 Dollar nachgegeben hatte, bleibt die Frage, ob die Strategienachricht ausreicht, um den Abwärtsdruck aus dem Makroumfeld zu kompensieren. Raymond James hält an seinem „Strong Buy“-Rating mit einem Kursziel von 323 Dollar fest und sieht die laufenden Partnerschaften als Bestätigung für die Wachstumsthese — der nächste Prüfstein wird Nvidias Quartalsbericht sein.
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