Nvidia Aktie: Systeme wachsen monatlich um 27 Prozent

Jensen Huang weist Zweifel am KI-Investitionszyklus zurück. Neue Kooperationen und Produkte sollen Nvidias Wachstum über Rechenzentren hinaus verbreitern.

Die Kernpunkte:
  • Huang sieht KI-Ausbau erst am Anfang
  • Nvidia meldet australisches Infrastrukturprojekt
  • Palantir-Kooperation für Lieferketten
  • Neue RTX-Spark-PCs ab Oktober

Jensen Huang hat am Donnerstag auf der Goldman-Sachs-Technologiekonferenz Communacopia+ der These vom nahenden Ende des KI-Investitionszyklus widersprochen. Der Nvidia-Chef sagte, der Ausbau der KI-Infrastruktur stehe weiterhin am Anfang, die Nachfrage bei Cloud-Anbietern, Unternehmen, Geräteherstellern und sogenannten Neoclouds sei ungebrochen stark. Systeme mit Grace, Blackwell und NVLink wüchsen von Monat zu Monat um 27 Prozent.

Diese Aussage fällt in eine Phase, in der die Nvidia-Aktie an der Börse Federn gelassen hat. Der Kurs schloss am Freitag bei 188,22 Euro, nahezu unverändert zum Vortag, liegt aber auf Wochensicht 5,4 Prozent im Minus.

Zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das erst Mitte Mai markiert wurde, fehlen derzeit 7,1 Prozent. Huangs Auftritt liest sich damit auch als Versuch, Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-Nachfrage zu zerstreuen, die zuletzt auf den Kurs gedrückt haben dürften.

Neue Partnerschaften untermauern die Wachstumsstory

Am selben Tag verkündete Nvidia gleich mehrere Kooperationen, die die Breite des eigenen Geschäfts illustrieren sollen. Gemeinsam mit Partnern wie Firmus, Sharon AI, IREN, Megaport, ResetData, CDC, NEXTDC und AirTrunk soll in Australien bis 2027 eine KI-Infrastruktur mit einer Kapazität von bis zu zwei Gigawatt entstehen.

Parallel dazu gab das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Palantir Technologies bekannt, die zunächst in den eigenen Betrieben von Nvidia souveräne KI-Anwendungen für kritische Lieferketten etablieren soll.

Auf der Medienmesse IBC 2026 stellte Nvidia zudem ein erweitertes Angebot namens „AI for Media“ vor, das sich an Broadcast-Unternehmen, Sportanbieter und globale Streaming-Dienste richtet. Der Konzern versucht damit, seine KI-Beschleuniger und Softwareplattformen in weitere Branchenkontexte zu tragen, über die klassischen Rechenzentrumskunden hinaus.

Auch das Konsumentengeschäft bleibt in Bewegung

Neben dem Rechenzentrumsgeschäft treibt Nvidia auch seine Consumer-Sparte voran. Laut Reuters werden Lenovo und Acer im Oktober die ersten Windows-Rechner mit dem RTX-Spark-Chip auf den Markt bringen, ein weiterer Baustein in der Strategie, KI-Funktionen direkt in PCs zu bringen.

Zusätzlich kündigte Nvidia für September neue Titel für den Streaming-Dienst GeForce NOW an, angeführt vom Basketballspiel NBA 2K27 mit einer neuen Rendering-Technik namens DLSS 5.

Die Vielzahl der Ankündigungen zeigt, dass Nvidia sein Geschäft parallel auf mehreren Ebenen ausbaut: Rechenzentren, souveräne KI-Infrastruktur, Medienanwendungen und Endkundengeräte. Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob sich diese operative Breite in den kommenden Quartalszahlen niederschlägt.

Der Aktienkurs notiert derzeit 1,7 Prozent über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 185,03 Euro, was auf eine grundsätzlich intakte, aber nicht euphorische Kursstimmung hindeutet. Der Rücksetzer der vergangenen Wochen scheint eher eine Verschnaufpause als eine fundamentale Neubewertung zu sein, zumal Huangs Kommentare zur Nachfragesituation keine Anzeichen einer Abschwächung liefern.

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