Nvidia Aktie: Umsatz springt auf 96,2 Milliarden
Nvidia meldet 96,2 Milliarden Dollar Umsatz, plant weiteres Wachstum ohne China-Erlöse und übernimmt Hugging Face für rund 12,93 Milliarden.

- Umsatz wächst binnen Jahresfrist 106 Prozent
- Vera Rubin geht in Vollproduktion
- Aktienrückkäufe erreichen 39,8 Milliarden Dollar
- Hugging-Face-Übernahme kostet rund 12,93 Milliarden
Nvidia hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erneut die eigene Wachstumsdynamik unter Beweis gestellt. Der Umsatz kletterte auf 96,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 18 Prozent zum Vorquartal und 106 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Bruttomarge lag sowohl nach GAAP als auch bereinigt bei 75,0 Prozent, der Gewinn je Aktie erreichte 2,46 Dollar nach GAAP und 2,22 Dollar bereinigt.
Für das laufende dritte Quartal stellte der Chipkonzern einen Umsatz von 108,0 Milliarden Dollar in Aussicht, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 2 Prozent. Die Bruttomarge soll bei 74,0 Prozent liegen, ebenfalls mit geringem Spielraum nach oben oder unten.
Bemerkenswert: Nvidia kalkuliert in dieser Prognose keinerlei Data-Center-Umsatz aus China ein – ein Hinweis darauf, wie stark geopolitische Unsicherheiten das Geschäft weiterhin belasten, ohne das Wachstum insgesamt zu bremsen.
Vera Rubin läuft an, Partner ziehen mit
Parallel zu den Zahlen bestätigte Nvidia, dass die neue Plattform Vera Rubin in die Vollproduktion übergeht. Racks laufen bereits bei Partnern wie CoreWeave, Google Cloud, Microsoft Azure, Oracle Cloud Infrastructure und Nebius.
Zusätzlich kündigten AWS und Nvidia an, zwei Millionen weitere GPUs sowie neue Infrastruktur für agentische und physische KI-Anwendungen bereitzustellen. Auch die Partnerschaft mit MediaTek zur Verzahnung von Edge- und Cloud-Computing-Plattformen wurde vertieft.
Kapitalrückführung auf hohem Niveau
Neben dem operativen Wachstum fällt die Kapitaldisziplin auf: Im zweiten Quartal kaufte Nvidia eigene Aktien im Wert von 19,7 Milliarden Dollar zurück, im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres summierte sich das Volumen auf 39,8 Milliarden Dollar.
Zum Stichtag 26. Juli verfügte das Unternehmen noch über eine Ermächtigung von bis zu 99,3 Milliarden Dollar für weitere Rückkäufe. Zudem erhöhte Nvidia die vierteljährliche Dividende von 0,01 auf 0,25 Dollar je Aktie – die nächste Zahlung ist für den 1. Oktober an alle am 10. September eingetragenen Aktionäre vorgesehen.
Zukauf von Hugging Face als strategischer Schritt
Der größte strategische Coup der vergangenen Wochen ist die Übernahme von Hugging Face. Nvidia zahlt 11,9 Milliarden Dollar an die Aktionäre der Plattform, hinzu kommen eine Milliarde Dollar in Form von Aktien zur Mitarbeiterbindung – macht ein Gesamtvolumen von rund 12,93 Milliarden Dollar.
Hugging Face betreibt eine Plattform für offene KI-Modelle, Datensätze und Anwendungen und zählt eigenen Angaben zufolge mehr als 18 Millionen Entwickler sowie 200.000 Unternehmenskunden. Mit dem Zukauf sichert sich Nvidia direkten Zugang zu einer der größten Communitys für Open-Source-KI – ein Baustein, der die Hardware-Dominanz des Konzerns um eine Software- und Ökosystem-Komponente ergänzt.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt uneinheitlich. Nach einem Schlusskurs von 198,50 Euro am Montag gab die Aktie am heutigen Dienstag um 1,8 Prozent nach und notiert bei 194,92 Euro. Damit bleibt sie 3,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das erst am 14. Mai erreicht wurde. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 36 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich der Zuwachs auf 22 Prozent.
Rosenblatt Securities bestätigte am 4. September ein Kursziel von 390 Dollar bei einer Kaufempfehlung – zu einem Zeitpunkt, als auch Nvidia-Chef Jensen Huang mit Platz eins im Glassdoor-Ranking der besten CEOs 2026 öffentlichkeitswirksam gewürdigt wurde.
Für Anleger bleibt die Gemengelage aus Rekordzahlen, milliardenschweren Partnerschaften und einer ambitionierten Übernahme der eigentliche Treiber der Story – kurzfristige Kursschwankungen wirken davor eher wie Nebengeräusch.
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