Nvidia Aktie: Wall Street überschlägt sich
Nvidia steigert Umsatz und Ergebnis deutlich, stellt weiteres Wachstum in Aussicht und setzt Teile einer KI-Finanzierung wegen Kartellbedenken aus.

- Aktie gewinnt 8,7 Prozent
- Umsatz steigt auf 96,2 Milliarden Dollar
- Mehrere Banken heben Kursziele an
- Kartellbedenken bremsen Finanzierungsinitiative
Der zweitgrößte Tagesgewinn der Börsengeschichte an einem einzigen Handelstag – so lässt sich die Reaktion auf die jüngsten Quartalszahlen von Nvidia zusammenfassen. Die Aktie legte am Donnerstag um 8,7 Prozent zu, der Börsenwert wuchs um rund 442 Milliarden Dollar. Die Investmentbanken überbieten sich seitdem gegenseitig mit ihren Kurszielen.
Der Umsatz im zweiten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 kletterte auf 96,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 106 Prozent zum Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 111 Prozent auf 2,22 Dollar. Für das laufende Quartal stellt Nvidia bereits 108 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, bei einer Bruttomarge von 74 Prozent.
Analysten überbieten sich mit Kurszielen
Nach den Zahlen zogen mehrere Häuser ihre Kursziele deutlich an. Raymond James erhöhte von 352 auf 515 Dollar, HSBC von 360 auf 365 Dollar, Bernstein von 315 auf 400 Dollar und JPMorgan von 280 auf 320 Dollar.
Fundstrat-Stratege Tom Lee, der im Frühjahr noch 250 Dollar als Ziel ausgegeben hatte, zeigt sich inzwischen begeistert von der Bewertung: Die Gewinnerwartungen seien massiv nach oben revidiert worden, während der Kurs nicht im gleichen Tempo gestiegen sei — das KGV falle dadurch weiter.
Besonders bemerkenswert ist der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2028. Nvidia deutete ein Umsatzwachstum von rund 70 Prozent an, deutlich über den von der Wall Street erwarteten 45 Prozent. Bei diesem Tempo könnte der Konzern auf einen Jahresumsatz von etwa 673 Milliarden Dollar zusteuern und damit unter den US-Techkonzernen nur noch hinter Amazon liegen.
Kartellrechtliche Bedenken bremsen Expansionspläne
Nicht jede Nachricht rund um Nvidia fiel in dieser Woche positiv aus. Der Konzern hat einem Bericht zufolge Teile einer Finanzierungsinitiative für KI-Cloud-Kunden ausgesetzt, nachdem eigene Mitarbeiter kartellrechtliche Bedenken geäußert hatten.
Das Modell sah vor, Kunden Kreditunterstützung gegen einen Anteil an ihren Cloud-Umsätzen zu bieten — Kritiker sahen darin ein Instrument, mit dem Nvidia zu stark in die Geschäfte seiner Kunden hineinregieren könnte. Der Konzern betont, das Kernmodell für den Zugang zu Rechenleistung bleibe unverändert bestehen.
Parallel dazu verhandelt Nvidia mit dem koreanischen Chipdesigner Rebellions über eine mögliche Beteiligung oder Übernahme und ist beim Stromentwickler Cloverleaf Infrastructure eingestiegen.
Beide Schritte reihen sich in eine Serie von Investments ein, mit denen der Konzern seine Position im KI-Ökosystem absichert — vom Groq-Lizenzdeal bis zur Finanzierungsplattform mit BlackRock, Blackstone und Goldman Sachs für mehr als 500 Milliarden Dollar an KI-Infrastrukturkapital.
Die Reaktion außerhalb der USA fiel gemischter aus als der Kurssprung vermuten lässt. An asiatischen Börsen verpuffte der Nvidia-Effekt größtenteils, während sich die Aufmerksamkeit auf die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole richtete.
Für Nvidia-Aktionäre bleibt damit die Doppelbotschaft dieser Woche: robuste Zahlen und ein optimistischer Ausblick auf der einen Seite, wachsende regulatorische Fragezeichen bei der aggressiven Expansionsstrategie auf der anderen.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 28. August liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...



