Nvidia Aktie: Wettbewerb von allen Seiten
Die Hugging-Face-Übernahme wird geprüft, während OpenAI Google-Prozessoren erwägt; zugleich bleibt die Nachfrage nach Nvidia-Hardware hoch.

- US-Behörde prüft Hugging-Face-Zukauf
- Übernahmeabschluss für 2027 vorgesehen
- OpenAI erwägt Googles KI-Prozessoren
- Nvidia meldet starke Neocloud-Nachfrage
Gleich zwei Entwicklungen setzen Nvidia unter Druck, auf der regulatorischen Seite ebenso wie im Geschäft mit den Großkunden. Das US-Justizministerium prüft den Zukauf der KI-Plattform Hugging Face. Parallel plant OpenAI offenbar, Chips von Google zu kaufen.
Kartellprüfung weitet sich aus
Die Behörde hat Nachfragen zur Übernahme von Hugging Face gestellt, die mit rund 12,93 Milliarden Dollar bewertet ist. Beamte wollen wissen, ob Nvidia damit einen zentralen Verbreitungspunkt für KI-Software kontrollieren würde.
Auch die Frage, wie der Konzern die Plattform gegen Rivalen einsetzen könnte, steht im Raum. Der Abschluss ist laut Nvidia für die erste Jahreshälfte 2027 geplant. Hugging Face soll weiterhin mit verschiedenen Chip-, Cloud- und KI-Anbietern zusammenarbeiten.
Die Nachfragen sind Teil einer breiteren, seit Jahren laufenden Untersuchung. Sie betrifft Zukäufe, Beteiligungen und Vertriebspraktiken. Geprüft wurden demnach auch die Übernahme von SchedMD sowie von Run:ai. Beim Groq-Deal von 2025 gehen die Ermittler der Frage nach, ob Nvidia Kunden bevorzugt mit Chips belieferte, wenn diese zusätzlich Netzwerktechnik und Groq-Prozessoren kauften.
Ein Verfahren ist damit nicht verbunden. Behördliche Untersuchungen belegen kein Fehlverhalten und münden nicht zwangsläufig in Klagen. Das Justizministerium lehnte eine Stellungnahme ab, Nvidia ebenfalls.
OpenAI schaut sich bei Google um
Der zweite Druckpunkt kommt aus dem Markt. OpenAI will laut Berichten künftig Prozessoren von Google kaufen, sogenannte Tensor Processing Units. Bislang mietete der ChatGPT-Entwickler solche Chips nur über die Cloud. Angaben zu Volumen oder Vertragsabschluss gibt es nicht. Eine Stellenausschreibung für die Optimierung von Modellen auf Googles Architektur deutet allerdings auf konkrete Pläne hin.
Hinzu kommt: Oracle will ab 2027 Googles TPUs in der eigenen Cloud anbieten, Anthropic nutzt sie bereits. OpenAI entwickelt zudem gemeinsam mit Broadcom eigene Chips, die noch 2026 zum Einsatz kommen sollen. Ein kompletter Abschied von Nvidia zeichnet sich dennoch nicht ab.
Nachfrage bleibt der Gegenpol
Das Geschäft selbst läuft weiter. Konzernchef Jensen Huang sprach in Berlin von einer Nachfrage bei Neocloud-Anbietern, die über allen Erwartungen liege. Knapp sei vor allem Kapital, nicht Rechenleistung.
Wie gefragt Nvidia-Hardware ist, zeigt auch ein Beispiel aus Kanada: Der Betreiber HIVE finanziert mit einem Kredit über rund 129 Millionen Dollar den Kauf von 2.303 GB200-Beschleunigern. Der Preis der Hardware sei nach Unternehmensangaben in den vergangenen sechs Monaten deutlich gestiegen.
Am Mittwoch nach US-Börsenschluss legte Alphabet Quartalszahlen vor. Die Entwicklung seines Cloud- und KI-Chipgeschäfts dürfte zeigen, wie ernst die Konkurrenz zu nehmen ist. Die Hugging-Face-Prüfung läuft bis zum erwarteten Abschluss im ersten Halbjahr 2027.
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