Nvidia Aktie: Zinsangst bremst KI-Werte
Höhere Inflationserwartungen belasten KI-Aktien, während Volvo und Adobe ihre Kooperationen mit Nvidia ausbauen.

- Nvidia-Aktie binnen sieben Tagen fast neun Prozent schwächer
- Zinsängste drücken Bewertungen im KI-Sektor
- Volvo plant Nvidia-Technik vor 2030
- Analysten-Kursziele liegen zwischen 300 und 400 Dollar
Starke Nachrichten, schwache Kurse: Nvidia verliert binnen sieben Tagen fast 9 Prozent, obwohl Auftragsfertiger TSMC einen Rekordgewinn meldete. Der Grund liegt weniger im Geschäft als im Zinsumfeld.
Zinssorgen belasten den KI-Sektor
Höher als erwartete Inflationsdaten haben die Zinserhöhungserwartungen angeheizt. Das trifft KI-Werte doppelt: Die oft schuldenfinanzierten Investitionen werden teurer, und höhere Zinsen drücken über die Abzinsung die Bewertung künftiger Gewinne. Hinzu kommen Sorgen vor wachsendem Wettbewerb aus Asien.
Nvidia gab im US-Handel zuletzt rund 2 Prozent nach, in Frankfurt notierte die Aktie bei etwa 194 Euro. Auch AMD, Broadcom und Marvell standen unter Druck. Der Nasdaq 100 drehte nach einem Tagesverlust von zeitweise 1,8 Prozent fast ins Neutrale und schloss mit minus 0,05 Prozent.
Zusätzlich sorgte CoreWeave für Unruhe. Der KI-Cloudanbieter, eng mit Nvidia verflochten, war am Vortag um 15 Prozent eingebrochen, Anleiherenditen über 15 Prozent nährten Zweifel an seiner finanziellen Gesundheit. Jensen Huang wies die Bedenken zurück. Er glaube nicht, dass CoreWeave eine Finanzspritze von Nvidia benötige.
Volvo, Adobe und eine Spende
Auf der Geschäftsseite gab es Rückenwind. Volvo Cars baut die Zusammenarbeit mit Nvidia aus und will auf dessen Hyperion-Sensorik, Computerarchitektur und Software für autonomes Fahren setzen. Die Technik soll vor 2030 in Volvo-Fahrzeugen erscheinen, zunächst für überwachtes Fahren, später auch freihändig in Städten und auf Autobahnen. China ist ausgenommen. Huang betonte in Stockholm, es gebe „keine Eile, Sicherheit zuerst“.
Adobe und Nvidia vertiefen parallel ihre Partnerschaft bei KI-gestützten Kreativwerkzeugen wie Photoshop, Premiere und Frame.io.
Politisch heikel ist eine andere Meldung: Nvidia sagte 25 Millionen Dollar für den Ballsaal-Umbau im Weißen Haus zu. Ein Sprecher erklärte, die Spende gehe an einen überparteilichen Trust und sei unabhängig von Geschäftsinteressen. Abgeordnete hinterfragen solche Zuwendungen allerdings immer wieder.
Analysten bleiben optimistisch
Der Abstand zwischen Kurs und Einschätzungen ist groß. Die jüngsten Analysten-Kursziele reichen von 300 bis 400 Dollar und liegen damit deutlich über dem aktuellen Niveau.
Ob die Aktie diese Lücke schließt, hängt vorerst an den Anleiherenditen: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel zuletzt auf etwa 5,1 Prozent, den tiefsten Stand seit rund drei Wochen. Am 28. Oktober tagt die Fed. Der Terminmarkt preist dafür eine Zinserhöhung zu 34 Prozent ein, für Dezember zu 93 Prozent.
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