Nvidia Aktie: Zwei Millionen GPUs für AWS

Nvidia erweitert sein KI-Geschäft mit neuen Produkten und Partnerschaften. Die Aktie liegt nur 1,9 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.

Die Kernpunkte:
  • Microsoft-Kooperation für lokale KI-Agenten
  • 3,5 Milliarden Dollar in MediaTek
  • Groq 3 LPX erreicht Vollproduktion
  • AWS plant zwei Millionen zusätzliche GPUs

Nvidia treibt seine Expansion über mehrere Fronten gleichzeitig voran: Auf der IFA 2026 in Berlin stellte der Chipkonzern gemeinsam mit Microsoft neue Werkzeuge vor, die KI-Agenten künftig leichter lokal auf Nvidia-Hardware lauffähig machen sollen. Die Kooperation zielt auf schnellere Inferenz und einfachere Einrichtung von Agenten – ein Feld, in dem Nvidia seine Position als Infrastrukturanbieter für KI-Anwendungen weiter festigt.

Der Auftritt in Berlin reiht sich in eine Serie strategischer Schritte ein, die Nvidia zuletzt gesetzt hat. Am Montag hatte der Konzern eine Investition von 3,5 Milliarden US-Dollar in Wandelanleihen des taiwanischen Chipherstellers MediaTek bekanntgegeben.

Im Gegenzug soll MediaTek die Nvidia-Plattform NVLink Fusion nutzen, um Hyperscalern, Cloud-Anbietern und Entwicklern von Basismodellen einen vorvalidierten Weg zu eigenen XPU-Chips zu eröffnen, die sich in Nvidias rack-skalierte KI-Fabriken einbinden lassen. Auch im Automobilbereich soll die Zusammenarbeit über mehrere Fahrzeuggenerationen fortgesetzt werden.

Produktoffensive auf breiter Front

Parallel zu den Partnerschaften treibt Nvidia sein Produktportfolio voran. Der Inferenzbeschleuniger Groq 3 LPX ging in die Vollproduktion, zudem stellte das Unternehmen mit dem Jetson Orin Nano 2 einen neuen Robotik-Computer für Edge-KI im Einstiegssegment vor.

Im Gaming-Bereich kommen im September 26 weitere Titel zu GeForce NOW hinzu, angeführt von NBA 2K27, das die neue DLSS-5-Funktion mit 3D-geführtem Neural Rendering nutzt.

Diese Produktbreite – von Rechenzentrums-Chips über Automotive bis Gaming – unterstreicht, wie sich Nvidia von einem reinen Grafikchip-Hersteller zu einem Anbieter kompletter KI-Infrastruktur entwickelt hat.

Die Vereinbarung mit AWS, in den Jahren 2027 und 2028 zwei Millionen zusätzliche Nvidia-Grafikprozessoren in die globale Infrastruktur des Cloud-Anbieters einzubinden, unterlegt diesen Anspruch mit Volumen.

Teil der Abmachung ist auch der Aufbau einer KI-Fabrik für US-Behörden mit 100.000 GPUs auf gesicherter AWS-Infrastruktur, außerdem sollen künftig Nvidias Vera-CPUs bei AWS als zusätzliche Rechenoption für agentenbasierte KI zur Verfügung stehen.

Kurs nahe Rekordhoch

An der Börse spiegelt sich diese Vielzahl an Fortschritten in einer robusten Kursentwicklung wider. Die Nvidia-Aktie schloss am Freitag bei 198,56 Euro, ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortag und seit den Quartalszahlen vom vergangenen Donnerstag.

Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 5,7 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich das Papier um 24 Prozent verteuert. Zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, erreicht am 14. Mai, fehlen dem Titel nur noch 1,9 Prozent.

Anleger honorieren damit nicht nur die zuletzt gemeldeten Geschäftszahlen, sondern auch das Tempo, mit dem Nvidia sein Ökosystem aus Partnerschaften, Übernahmen und neuen Produkten ausbaut.

Die MediaTek-Beteiligung und die IFA-Kooperation mit Microsoft zeigen, dass der Konzern seine Reichweite über klassische Rechenzentrumskunden hinaus auf Chiphersteller, Cloud-Anbieter und Endgerätehersteller ausdehnt.

Am 10. September steht zudem der Ex-Dividende-Tag für die nächste Quartalsdividende von 0,25 US-Dollar je Aktie an, ausgezahlt wird sie am 1. Oktober an die zu diesem Stichtag eingetragenen Aktionäre. Die nächsten Quartalszahlen für das dritte Geschäftsquartal 2027 stehen am 17. November nach Börsenschluss an.

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