Nvidia Aktie: Zwischen Rekordhoch und Blasenwarnung
Samsungs Quartalsgewinn stützt die Chipnachfrage, während Firmus’ offene Preisfindung und hohe Schulden Risiken für Nvidia-Partner zeigen.

- Firmus schloss Bookbuilding ohne klaren Preis ab
- Rund 30 Milliarden US-Dollar Schulden prognostiziert
- Nvidia-Aktie erreichte zuletzt ein Allzeithoch
- Samsung meldete vierten Quartalsgewinnrekord in Folge
Nvidia steht an der Börse so gut da wie selten, und gleichzeitig mehren sich die Stimmen, die vor dem Preis dieses Booms warnen. Frische Nachrichten rund um Partner und Kunden zeigen, wie eng das KI-Geschäft inzwischen mit Schulden und Erwartungen verknüpft ist.
Firmus-Börsengang wackelt
Den deutlichsten Dämpfer lieferte heute ein Nvidia-Partner. Der australische Rechenzentrumsbetreiber Firmus, an dem Nvidia beteiligt ist, hat das Bookbuilding für seinen Börsengang abgeschlossen, doch ein klarer Preis blieb zunächst offen. Ursprünglich sollten einschließlich Greenshoe-Option 5,5 Milliarden US-Dollar fließen, bei 11 australischen Dollar je Aktie.
Investoren fürchteten Verkäufe von Altaktionären kurz nach dem Debüt. Hinzu kommen Zweifel an der Verschuldung: Nach eigener Prognose fallen nach dem Bau rund 30 Milliarden US-Dollar Schulden an, etwa das Sechsfache des für 2028 erwarteten operativen Ergebnisses.
Ein Marktbeobachter verwies zudem darauf, dass der Großteil der versprochenen Kapazität noch nicht gebaut sei. Der Firmus-Geldgeber Maas Group verlor in Sydney zeitweise bis zu 30 Prozent.
Mit den Erlösen wollte Firmus Nvidia-GPUs für sein erstes Rechenzentrum in Batam, Indonesien, kaufen. Ein schwächerer Börsengang träfe also mittelbar auch die Nachfrage nach Nvidia-Chips. Der Handelsstart an der ASX ist für den 23. Oktober 2026 angesetzt.
Warnung vor der KI-Blase
Ein Londoner Stratege prognostiziert sogar den schwersten Einbruch des S&P 500 seit 2008. Steigende Schuldenkosten und ausgelaugte Kassen könnten die Tech-Rallye beenden. Technisch steht Nvidia laut einer Modellanalyse allerdings gut da, die Aktie war zuletzt auf ein Allzeithoch geklettert und schloss gestern bei 237,47 Dollar, ein Minus von 0,74 Prozent.
Das Zinsumfeld spielt der Warnung in die Karten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg gestern kurzzeitig auf 5,365 Prozent, den höchsten Stand seit April 2002. Börsenkommentator Jim Cramer sieht KI-Werte dennoch weitgehend abgeschirmt, weil Geldgeber ihr Wachstum bereitwillig finanzieren. Als Beispiel nennt er SpaceX, das Berichten zufolge 40 Milliarden Dollar aufnehmen will, um Nvidia-Chips zu kaufen.
Memory-Boom als Rückenwind
Für die Nachfrageseite sprechen die Zahlen von Samsung. Der Speicherchip-Marktführer meldete vorab einen operativen Quartalsgewinn von rund 107,4 Billionen Won und damit den vierten Rekord in Folge. Samsung zählt wie SK Hynix und Micron zu den Lieferanten von Hochleistungsspeicher für Nvidia. Knappe Lieferungen treiben dort die Preise.
Auch kleinere Anbieter wachsen am Nvidia-Ökosystem. Der irische Anbieter TensorX betreibt 96 Nvidia-B300-GPUs und finalisiert nach eigenen Angaben eine deutliche Aufstockung.
Die nächste Orientierung liefert Samsung am 29. Oktober mit den detaillierten Quartalszahlen. Zwei Wochen zuvor zeigt sich am 23. Oktober, ob der Firmus-Börsengang tatsächlich zustande kommt.
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