Nvidia-Nacht, Zoll-Arithmetik und die trügerische 25.000

Der deutsche Leitindex profitiert von der Vorfreude auf Nvidias Quartalszahlen und einer rationaleren Bewertung der US-Zollpolitik, während Bitcoin und Bayer unter Druck stehen.

Die Kernpunkte:
  • DAX erreicht Marke von 25.000 Punkten
  • Hochspannung vor Nvidias Quartalsbericht
  • US-Zollpolitik wird nüchterner bewertet
  • Bitcoin kämpft mit massiven Kapitalabflüssen

Liebe Leserinnen und Leser,

vor 48 Stunden noch unter Schock, heute in Feierlaune: Der DAX hat die 25.000er-Marke zurückerobert – obwohl das GfK-Konsumklima auf frostigen -24,7 Punkten verharrt und das Wirtschaftswachstum im Schlussquartal mit 0,3 Prozent bestenfalls Stagnation dokumentiert. Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, sobald man den Blick nach Westen richtet. Die Frankfurter Rally ist weniger Ausdruck heimischer Stärke als vielmehr geliehene Zuversicht – geborgt von einem einzigen Unternehmen in Kalifornien.

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Die 4,8-Billionen-Dollar-Wette

Wenn in wenigen Stunden die Server in Santa Clara glühen, wird die Finanzwelt den Atem anhalten. Nvidia, mit einer Marktkapitalisierung von 4,8 Billionen Dollar das wertvollste Unternehmen der Erde, öffnet seine Bücher. Die Erwartungen sind nicht bloß hoch – sie sind astronomisch: 65,6 Milliarden Dollar Quartalsumsatz prognostizieren die Analysten, ein Plus von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neunzig Prozent davon fließen aus dem Datenzentrums-Geschäft. Die Bruttomarge? Sagenhafte 75 Prozent.

Der Optionsmarkt preist eine Kursbewegung von rund fünf Prozent ein – in beide Richtungen. Für den DAX und den EuroStoxx 50 ist dieses Zahlenwerk längst zum heimlichen Leitindikator mutiert. Dass die Trump-Administration laut internen diplomatischen Depeschen US-Diplomaten anweist, globale Datensouveränitäts-Initiativen zu torpedieren, zeigt: Künstliche Intelligenz ist keine Technologie-Nische mehr. Sie ist Geopolitik in Reinform.

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Die Zoll-Rochade: Vom Chaos zur Kalkulation

Dass die europäischen Börsen so befreit aufspielen konnten, verdanken sie auch einer Rede, die weniger Schockwellen auslöste als befürchtet. Donald Trump verteidigte in seiner State-of-the-Union-Ansprache die harte Zolllinie – neue Eskalationen blieben jedoch aus.

Die Märkte beginnen, die komplexe Arithmetik der letzten Tage rational zu verarbeiten. Zur Erinnerung: Nachdem der Supreme Court am Freitag Trumps IEEPA-Zölle kassiert hatte, konterte das Weiße Haus am Wochenende mit globalen 15-Prozent-Zöllen für 150 Tage unter Section 122. Was auf den ersten Blick wie ein Eskalationsstrudel wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als potenzielle Entlastung. Analysten von Morgan Stanley rechnen vor, dass das Netto-Tarifniveau der USA durch diese Rochade kurzfristig von etwa 13 auf 11 Prozent fallen könnte. Die Unsicherheit bleibt hoch. Doch die Panikverkäufe vom Wochenbeginn sind einer nüchternen Abwägung gewichen.

Bitcoins 90-Prozent-Problem

Einen steinigeren Weg hat der Kryptomarkt vor sich. Der Bitcoin konnte sich zwar auf rund 66.000 Dollar erholen, nachdem er zwischenzeitlich auf 62.500 Dollar abgerutscht war. Doch unter der Oberfläche brodelt es weiter.

Die Kapitalflüsse offenbaren eine handfeste Vertrauenskrise: Über fünf Wochen hinweg zogen Anleger 4,3 Milliarden Dollar aus den US-Spot-ETFs ab – die längste Durststrecke seit Monaten. Die heutigen Zuflüsse von 257 Millionen Dollar sind ein erster Lichtblick, mehr nicht. Die Mathematik für Späteinsteiger bleibt brutal: Wer auf dem Oktober-Hoch bei rund 125.000 Dollar kaufte, bräuchte nun eine 90-Prozent-Rallye, nur um wieder pari zu stehen. Charttechniker klammern sich an ein Double-Bottom-Muster. Hält die Unterstützung bei 60.000 bis 62.000 Dollar nicht, droht der nächste schmerzhafte Rücksetzer.

Deutsche Kontraste: Eon hofft, Bayer blutet

Während die Welt auf US-Tech und US-Politik starrt, sortiert sich die deutsche Unternehmenslandschaft. Eon gehörte mit einem Plus von 3,5 Prozent zu den Tagesgewinnern – die Augen richten sich auf den morgigen Investitionsplan, bei dem Analysten jährliche Ausgaben von bis zu zehn Milliarden Euro erwarten.

Bitter sieht es bei Bayer aus. Nach einem kurzen Zwischenhoch brach die Aktie zuletzt um elf Prozent ein. Der Grund: Wachsende Skepsis bei Barclays und der DZ Bank, ob der erhoffte Glyphosat-Vergleich in den USA wirklich den Befreiungsschlag bringt. Auch in der Realwirtschaft knirscht es: Der Bundesverband Wärmepumpe kritisierte das neue Heizungsgesetz der Bundesregierung scharf als „Rückschritt“, der erhebliche Unsicherheiten für die Industrie schaffe. Es ist diese Diskrepanz zwischen politischer Hängepartie im Inland und KI-Fantasie im Ausland, die den deutschen Markt derzeit so schwer greifbar macht.

Was morgen wichtig wird

Neben den Nachwehen der Nvidia-Zahlen blickt Washington auf den Kongress: Die frühere Außenministerin Hillary Clinton wird im Rahmen der Epstein-Affäre unter Eid aussagen. Auf Unternehmensseite stehen die Zahlen von D-Wave Quantum auf der Agenda – ein weiterer Puzzlestein im Rennen um die Rechenleistung der Zukunft.

Die kommenden Stunden werden zeigen, ob die geliehene Zuversicht aus Kalifornien trägt – oder ob Frankfurt morgen früh wieder auf Entzug ist.

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