Nvidia: Vera Rubin ab zweiter Jahreshälfte

Nvidia startet Massenproduktion der Vera-Rubin-Plattform, während Analysten vor den Quartalszahlen am 20. Mai ein Umsatzwachstum von über 79 Prozent erwarten.

Die Kernpunkte:
  • Massenproduktion der Vera-Rubin-Plattform gestartet
  • Cloud-Riesen investieren Milliarden in KI-Infrastruktur
  • Umsatzprognose von 78 Milliarden US-Dollar
  • TSMC-Kapazitätsengpässe und Kühlungsanforderungen

Die Auftragsbücher quellen über, die nächste Chip-Generation läuft bereits vom Band. Trotzdem rutschte die Nvidia-Aktie nach dem Rekordhoch von Ende April zuletzt unter die Marke von 200 US-Dollar. Vor den Quartalszahlen am 20. Mai klaffen operative Realität und kurzfristige Markterwartungen spürbar auseinander.

Vera Rubin und die Milliarden-Wette

Der US-Konzern hat die Massenproduktion seiner neuen Vera-Rubin-Plattform gestartet. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 liefern Partner die Systeme aus. Die Architektur verspricht massive Effizienzgewinne. Im Vergleich zum Vorgänger Blackwell sinken die Kosten pro Token laut Unternehmensangaben auf ein Zehntel.

Große Cloud-Anbieter rüsten entsprechend auf. Amazon Web Services plant die Installation von über einer Million Nvidia-Grafikprozessoren binnen zwölf Monaten. Microsoft integriert die neuen NVL72-Systeme in seine kommenden KI-Rechenzentren. Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon investieren in diesem Jahr zusammen schätzungsweise 700 Milliarden US-Dollar in ihre KI-Infrastruktur.

Diese Investitionswelle stützt die massiven Prognosen des Managements. CEO Jensen Huang stellte kürzlich Aufträge im Wert von einer Billion US-Dollar bis 2027 in Aussicht.

Hohe Hürden für den Quartalsbericht

Ob diese Nachfrage schnell genug in Umsatz mündet, entscheidet sich am 20. Mai. Das Management peilt für das erste Geschäftsquartal Erlöse von 78 Milliarden US-Dollar an. Die Wall Street rechnet bereits mit einem Wachstum von 79 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Analysten gehen davon aus, dass Nvidia die Marke von 80 Prozent knacken muss, um den Aktienkurs weiter anzutreiben. Erschwerend kommt der chinesische Markt hinzu. Die aktuelle Umsatzprognose klammert das dortige Rechenzentrumsgeschäft komplett aus.

Physische Grenzen des Wachstums

Der Hochlauf der Rubin-Produktion verläuft nicht völlig reibungslos. Der Auftragsfertiger TSMC stößt bei seinem N3-Prozess an Kapazitätsgrenzen. Da auch Apple und AMD diese fortschrittlichen Fertigungsanlagen nutzen, entsteht ein harter Wettbewerb um die Wafer-Kontingente.

Hinzu kommen technische Hürden bei den Endkunden. Die neuen Rubin-Systeme erfordern zwingend eine direkte Flüssigkeitskühlung der Chips. Herkömmliche luftgekühlte Rechenzentren müssen erst aufwendig umgerüstet werden, bevor sie die Hardware in Betrieb nehmen können.

Am Optionsmarkt positionieren sich Händler für deutliche Ausschläge. Die aktuellen Prämien preisen eine Kursbewegung von rund zehn Prozent bis Ende Mai ein. Fällt die Aktie im Vorfeld weiter, liegt die nächste charttechnische Unterstützung beim langfristigen Durchschnitt von knapp 188 US-Dollar.

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