Nvidia zum 20-fachen Gewinn – wenn Chipaktien billiger werden als Versorger
Technologieaktien wie Nvidia und Intel erzielen starke Kursgewinne, während massive KI-Investitionen und robuste Quartalszahlen die Marktdynamik prägen.

- Nvidia mit historisch niedrigem KGV von 20
- Intel als Top-Performer im S&P 500
- Tech-Giganten planen 600 Mrd. KI-Investitionen
- TSMC verzeichnet starken Umsatzsprung
Liebe Leserinnen und Leser,
gestern stellte ich die Frage, was schwerer wiegt: die Blockade einer Meerenge oder die Ertragskraft der größten Unternehmen der Welt. Die Antwort zeichnet sich ab – und sie fällt eindeutig aus.
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- Das ist das aktuelle voraussichtliche Kurs-Gewinn-Verhältnis von Nvidia. Ein Bewertungsniveau, das dieser Chipkonzern seit einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen hat. Während die Finanzwelt in den vergangenen Wochen gebannt auf die Straße von Hormus starrte, hat sich an den Kapitalmärkten eine bemerkenswerte Verschiebung vollzogen. Das große Geld sucht nicht primär Zuflucht in Gold oder Staatsanleihen. Es fließt dorthin, wo die Margen hoch und die Bilanzen unangreifbar sind: in den Technologiesektor.
Wir stehen unmittelbar vor dem Start der Berichtssaison für das erste Quartal 2026. Die Ausgangslage ist außergewöhnlich. US-Unternehmen geben derzeit die meisten positiven Gewinnprognosen seit dem dritten Quartal 2021 ab. Wer auf die Gewinner dieser volatilen Wochen blickt, landet nicht bei Rüstung oder Rohstoffen – sondern bei Tech.
Die 600-Milliarden-Dollar-Wette
Wenn in der kommenden Woche die großen US-Banken ihre Bücher öffnen, wird das nur das Vorprogramm sein. Die eigentliche Dynamik steckt in den Top-10-Werten des S&P 500, die mittlerweile 35 Prozent der gesamten Indexgewinne erwirtschaften. Für 2026 planen die Tech-Giganten Investitionsausgaben von 600 Milliarden Dollar für Künstliche Intelligenz. Sechshundert Milliarden. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt Schwedens.
Die Nachfrage lässt sich in harten Zahlen ablesen: TSMC, der wichtigste Chipfertiger der Welt, meldete für den März einen Umsatzsprung von über 45 Prozent. Die UBS geht in einem aktuellen Bewertungsmodell davon aus, dass die Nvidia-Aktie auf Basis ihrer Cashflows massiv unter Wert gehandelt wird.
Noch bemerkenswerter ist das Comeback von Intel. Die Aktie schoss im April um fast 43 Prozent nach oben – der beste Performer im gesamten S&P 500. Ein stiller Profiteur sitzt in Washington: Die US-Regierung kaufte sich im August 2025 für 8,9 Milliarden Dollar bei Intel ein, zehn Prozent Anteil. Dieses Paket ist inzwischen rund 27 Milliarden Dollar wert. Ein Staatstrade, der sich sehen lassen kann.
Parallel formieren sich neue Allianzen. Anthropic, das mittlerweile einen Jahresumsatz von 30 Milliarden Dollar erreicht hat, startete am Freitag das „Project Glasswing“. Gemeinsam mit Apple, Microsoft, AWS und JPMorgan will das Unternehmen kritische Software-Infrastruktur gegen Cyberangriffe absichern – die private Antwort auf die zunehmenden Lieferketten-Attacken der letzten 18 Monate.
DAX an der 24.000 – und eine Energiedebatte, die eskaliert
In Frankfurt zeigte sich am Freitag ein erstaunlich robuster Markt. Der DAX durchbrach im Tagesverlauf zeitweise die Marke von 24.000 Punkten, gab seine Gewinne dann wieder ab und ging nahezu unverändert bei 23.804 Zählern ins Wochenende. Auffällig: Während der Gesamtmarkt stabil blieb, gerieten Rüstungswerte kräftig unter Druck. Die Anleger preisen die am Mittwoch vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ein.
Doch die Folgen des Konflikts sind in der deutschen Realwirtschaft längst spürbar. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher forderte am Freitag eine Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz zu den Energiepreisen. Der Ökonom Gabriel Felbermayr warnt dagegen eindringlich vor staatlichen Eingriffen oder Übergewinnsteuern an der Zapfsäule. Sein Argument ist historisch belegt: Solche Maßnahmen führten in Osteuropa zuletzt zu leeren Tankstellen und Tanktourismus. Felbermayrs Vorschlag: eine gezielte Anhebung der Pendlerpauschale.
Dass Versorgungssicherheit nicht nur am Golf verteidigt werden muss, zeigte sich bereits Ende März. Ein Sabotageakt auf die Stromversorgung der Transalpinen Pipeline (TAL) in Italien unterbrach die Rohölversorgung der Karlsruher Miro-Raffinerie für drei Tage. Süddeutschland lebte kurzzeitig aus den Reserven.
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Bitcoin über 72.000 Dollar – und eine mutige Zinsprognose
Die Entspannungssignale aus dem Nahen Osten – am Samstag sollen direkte Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad stattfinden – treiben auch den Kryptomarkt. Bitcoin kletterte am Freitag über die Marke von 72.000 Dollar. Die Zinshoffnungen tragen ihren Teil bei: Die US-Inflationsdaten für März blieben im Rahmen der Erwartungen, die Kerninflation liegt bei 2,8 Prozent.
Apropos Zinsen: Während die Märkte für 2025 derzeit nur eine einzige Zinssenkung der Fed vollständig einpreisen, lehnt sich Anne Walsh, Chief Investment Officer bei Guggenheim Partners, weit hinaus. Sie prognostizierte am Freitag, dass die US-Notenbank im kommenden Jahr in jedem Quartal senken wird – insgesamt um bis zu 100 Basispunkte. Sollte sie recht behalten, wären 10-jährige US-Staatsanleihen bei aktuell rund 4,3 Prozent Rendite ein ausgesprochener Kauf.
Was nächste Woche zählt
Der Blick richtet sich jetzt auf die Wall Street. Am Montag eröffnet Goldman Sachs, am Dienstag folgen JPMorgan, Wells Fargo und Citigroup. Allein für JPMorgan erwarten Analysten einen Quartalsumsatz von über 49 Milliarden Dollar. Dazu kommen am Dienstag die chinesische Handelsbilanz und die US-Erzeugerpreise.
Die Berichtssaison wird zeigen, ob die Gewinnmaschine der US-Konzerne auch unter geopolitischem Stress weiterläuft. Die bisherigen Signale – von TSMCs Umsatzsprung bis zu den rekordhohen Capex-Plänen – sprechen eine deutliche Sprache. Wer in diesen Wochen nur auf Ölpreise und Waffenruhen schaut, verpasst möglicherweise die wichtigere Geschichte.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Herzlichst, Ihr
Felix Baarz
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