Occidental Petroleum Aktie: 156% Gewinnwachstum 2026 erwartet
Occidental Petroleum profitiert von steigenden Ölpreisen und überrascht Analysten mit starken Gewinnprognosen für das zweite Quartal 2026.

- Ölpreis steigt um 38,4 Prozent
- Analysten erwarten EPS von 1,95 Dollar
- CEO kauft eigene Aktien
- Lobbying-Ausgaben von 1,68 Millionen Dollar
Der US-Energiekonzern Occidental Petroleum rückt unmittelbar vor der Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 in den Fokus der Anleger. Wie aus vorab veröffentlichten Daten hervorgeht, profitierte das Unternehmen in den vergangenen Monaten massiv von einem freundlichen Marktumfeld. Der weltweit realisierte Ölpreis stieg im zweiten Quartal auf durchschnittlich 96,78 US-Dollar pro Barrel, was einem deutlichen Zuwachs von 38,4 % im Vergleich zum ersten Quartal entspricht.
Analysten erwarten Gewinnsprung
Die offiziellen Quartalszahlen werden am 5. August nach Börsenschluss erwartet. Analysten rechnen im Konsens mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie (EPS) von 1,95 US-Dollar. Dies entspräche einer signifikanten Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 0,39 US-Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 liegen die Schätzungen bei einem EPS von 5,66 US-Dollar, was einem Plus von 156,1 % gegenüber dem Vorjahr gleichkäme. Bereits im ersten Quartal 2026 hatte Occidental die Erwartungen übertroffen und ein EPS von 1,06 US-Dollar gemeldet, während der Markt lediglich von 0,60 US-Dollar ausgegangen war.
Im Vorfeld der Zahlen haben führende Analysehäuser ihre Einschätzungen angepasst. Die Experten von Evercore ISI stuften die Aktie am 8. Juli in einem Doppelschritt von „Underperform“ auf „Outperform“ hoch und hoben das Kursziel von 58 auf 65 US-Dollar an. Dagegen zeigte sich Stephens etwas vorsichtiger und senkte das Kursziel am 14. Juli von 73 auf 69 US-Dollar. Dennoch belasten vorübergehende Faktoren das Ergebnis: Medienberichten zufolge verursachten Absicherungsgeschäfte (Hedges) im zweiten Quartal Kosten in Höhe von etwa 156 Millionen US-Dollar.
Institutionelle Anleger und Insiderkäufe
Großinvestoren nutzten die Kursentwicklung im ersten Halbjahr für Positionsanpassungen. Der Pensionsfonds California Public Employees Retirement System (CalPERS) erhöhte seine Beteiligung um 1,9 % auf rund 1,3 Millionen Aktien. Auch die Schweizerische Nationalbank baute ihr Engagement aus und hält nun mehr als 2,1 Millionen Papiere, eine Steigerung um 7,2 %. Im Gegensatz dazu reduzierte Dimensional Fund Advisors den Bestand um 5,6 %, hält aber weiterhin eine bedeutende Position von rund 10 Millionen Aktien im Wert von über 650 Millionen US-Dollar.
Ein positives Signal für das Vertrauen in die eigene Strategie setzte CEO Richard Jackson. Er erwarb am 23. Juni persönlich 4.770 Aktien zu einem Kurs von 52,38 US-Dollar. Parallel dazu investiert das Unternehmen verstärkt in die politische Flanke: Im zweiten Quartal 2026 wurden Lobbying-Ausgaben von 1,68 Millionen US-Dollar gemeldet. Diese konzentrierten sich auf regulatorische Kernthemen wie die Kohlenstoffabscheidung (Carbon Capture), Steuerpolitik sowie die Verpachtung von Flächen für die Öl- und Gasförderung.
Marktumfeld und geopolitische Risiken
Die operative Entwicklung findet vor dem Hintergrund angespannter Energiemärkte statt. Der Preis für die Sorte Brent kletterte zuletzt zeitweise über die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel, getrieben durch die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Zudem warnen Marktbeobachter vor einer knappen Versorgungslage, da die strategischen Ölreserven der USA auf den niedrigsten Stand seit 1983 gefallen sind.
Für Anleger spiegelt sich die positive Dynamik in der bisherigen Jahresbilanz wider. Mit einem aktuellen Kurs von 48,16 € weist der Titel seit Jahresbeginn eine Performance von 39,85 % auf. Trotz dieses Anstiegs notiert die Aktie derzeit mit einem Abstand von 17,74 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das Ende März bei 58,55 € markiert wurde. Neben der Kursentwicklung schüttet Occidental Petroleum derzeit eine Quartalsdividende von 0,26 US-Dollar je Aktie aus.
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