Occidental Petroleum Aktie: Forward-KGV 9,87 gegen 19,79
Occidental Petroleum bietet hohe Cashflow-Margen bei niedrigem KGV, leidet aber unter einem schwachen Branchenumfeld. Der Schuldenabbau bleibt zentral.

- Free-Cashflow-Marge von 24 Prozent
- Forward-KGV weit unter Branchenschnitt
- Schuldenabbau nach Anadarko-Übernahme
- Carbon-Management als Zukunftsoption
Warren Buffetts Lieblingsölaktie zeigt ein interessantes Bild. Occidental Petroleum notiert rund 35 Prozent über dem Jahresanfang — und trotzdem deutlich unter dem Märzhoch. Der Markt scheint unentschlossen.
Starke Cashflows, schwaches Branchenumfeld
Zacks.com stuft die Aktie aktuell als „Strong Buy“ ein. Für das bevorstehende Quartal erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von 1,89 Dollar — ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der prognostizierte Umsatz liegt bei 7,36 Milliarden Dollar.
Was die Fundamentaldaten angeht, sticht vor allem der freie Cashflow heraus. Occidental erzielte in den vergangenen fünf Jahren eine durchschnittliche Free-Cashflow-Marge von 24 Prozent. Das Umsatzwachstum fiel mit 7,6 Prozent jährlich solider aus, als es der aktuelle Kurs vermuten lässt.
Die Bewertung ist auffällig günstig. Das Forward-KGV liegt bei 9,87 — gegenüber dem Branchendurchschnitt von 19,79 ein erheblicher Abschlag. Das klingt nach Schnäppchen, hat aber einen Haken: Die Branche selbst rangiert laut Zacks-Ranking unter den schwächsten 19 Prozent aller Sektoren.
Technisches Bild: Zwischen den Linien
Der Kurs von 48,91 Euro liegt knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei 49,51 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 58,55 Euro trennt die Aktie noch ein Abstand von gut 16 Prozent. Der RSI von 47,5 signalisiert weder Überkauf noch Überverkauf — die Aktie bewegt sich im neutralen Bereich.
Positiv: Der Kurs liegt rund 17 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Das deutet auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend hin, auch wenn die kurzfristige Dynamik zuletzt nachgelassen hat.
Schuldenabbau als Schlüsselfaktor
Occidental trägt noch die Schulden aus der Anadarko-Übernahme von 2019 mit sich. Der Abbau dieser Verbindlichkeiten bleibt ein zentrales Thema für Investoren. Gelingt es dem Management, die Bilanz weiter zu entlasten, wächst der Spielraum für Dividenden und Aktienrückkäufe — gerade in einem Umfeld, in dem der Ölpreis schwer kalkulierbar bleibt.
Hinzu kommt das Carbon-Management-Geschäft. Occidental investiert in Technologien zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung. Kurzfristig trägt dieser Bereich kaum zum Ergebnis bei, könnte aber langfristig ein Differenzierungsmerkmal werden — sofern regulatorische Rahmenbedingungen und Nachfrage mitspielen.
Der nächste konkrete Prüfstein ist der anstehende Quartalsbericht. Ob Occidental die Gewinnerwartung von 1,89 Dollar je Aktie trifft oder übertrifft, dürfte die Richtung für die kommenden Wochen maßgeblich bestimmen.
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