Ocugen Aktie: 32,7 Millionen für Avenue-Capital-Schulden

Ocugen tilgt Schulden und plant bis 2028 drei FDA-Zulassungsanträge für Gentherapien. Die Aktie notiert trotz frischer Liquidität unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Wandelanleihe über 130 Millionen platziert
  • Altes Darlehen vollständig zurückgezahlt
  • Drei BLA-Einreichungen bis 2028 geplant
  • Aktie trotz Finanzierung unter Druck

130 Millionen Dollar in der Kasse, ein alter Kredit getilgt und ein ambitionierter Regulierungsfahrplan bis 2028 — Ocugen hat sich mit einer Wandelanleihe frischen Spielraum verschafft. Die Frage ist, ob das reicht, um drei Zulassungsanträge in knapp zwei Jahren durchzubringen.

Anleihe überzeichnet, Schulden beglichen

Am 7. Mai 2026 schloss Ocugen eine Privatplatzierung von 115 Millionen Dollar in Wandelanleihen ab. Zinssatz: 6,75 Prozent, Laufzeit bis 2034. Eine Woche später zog der Erstkäufer seine Mehrzuteilungsoption vollständig und kaufte weitere 15 Millionen Dollar nach.

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Der Ausgabepreis lag bei 90 Prozent des Nennwerts. Nach Abzug von Rabatten und Emissionskosten verbleiben Ocugen netto rund 112,6 Millionen Dollar. Davon flossen sofort etwa 32,7 Millionen in die vollständige Rückzahlung des Darlehens bei Avenue Capital — inklusive aufgelaufener Zinsen und Vorfälligkeitsentschädigung.

Verwässerungsrisiko bleibt real

Die Anleihen können in bar, Aktien oder einer Kombination aus beidem zurückgezahlt werden. Bis eine sogenannte Reserved Share Condition erfüllt ist, erfolgen Wandlungen ausschließlich in bar. Danach könnten bis zu rund 8,1 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Eine Wandlung ist frühestens ab dem 15. Mai 2027 möglich.

Das Verwässerungsrisiko ist damit begrenzt, aber vorhanden. Kein Wunder, dass die Aktie unter Druck steht: Mit rund 1,20 Euro notiert sie gut 44 Prozent unter ihrem Märzhoch von 2,17 Euro — und rund 23 Prozent unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts.

Drei BLA-Einreichungen bis 2028

Das verbleibende Kapital soll die Liquidität bis 2028 sichern und drei spätstufige Programme finanzieren. Das Ziel: drei Zulassungsanträge (BLAs) bei der FDA.

Den Anfang macht OCU400, ein Gentherapieprogramm für Netzhautdystrophien. Ocugen plant, die rollierende BLA-Einreichung im dritten Quartal 2026 zu starten und bis zum zweiten Quartal 2027 abzuschließen. Die Produktionschargen für die Qualifizierung sollen ebenfalls im zweiten Quartal 2026 fertig sein.

Für OCU410, das auf geografische Atrophie zielt, ist der Start einer Phase-3-Studie im dritten Quartal 2026 geplant — mit möglicher BLA-Einreichung bis 2028.

Quartalszahlen zeigen steigende Kosten

Die Finanzierung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ausgaben klettern. Im ersten Quartal 2026 lagen die Betriebskosten bei 19,4 Millionen Dollar — gegenüber 16,0 Millionen im Vorjahreszeitraum. Forschung und Entwicklung verschlangen 11,3 Millionen, allgemeine Verwaltungskosten 8,1 Millionen.

Der Verlust je Aktie von 0,06 Dollar verfehlte die Analystenschätzung von 0,05 Dollar knapp. Beim Umsatz überraschte Ocugen positiv: 1,53 Millionen Dollar statt der erwarteten rund 500.000 Dollar.

Nächste Gelegenheit zur Einschätzung bietet das Stifel Virtual Ophthalmology Forum Ende Mai 2026, wo Ocugen seine Gentherapieplattform vorstellen will. Ob die Pipeline-Fortschritte dort überzeugend genug klingen, um den Kursrückgang der vergangenen 30 Tage zu stoppen, wird sich zeigen — die Investoren werden genau zuhören.

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