Ocugen Aktie: ArMaDa3 startet Patientenaufnahme

Ocugen startet Phase-3-Studie zu OCU410 und plant Zulassungsanträge für 2027. Neue Finanzmittel und Partnerschaften stärken die Pipeline.

Die Kernpunkte:
  • Phase-3-Studie zu OCU410 beginnt
  • BLA-Einreichungen für 2027 geplant
  • MENA-Lizenzdeal mit 255 Mio. USD
  • Wandelanleihe über 130 Mio. USD platziert

Das US-Biotechnologieunternehmen Ocugen hat einen entscheidenden Fortschritt in seiner klinischen Entwicklungspipeline erzielt. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde der Rekrutierungsstatus für die klinische Phase-3-Studie „ArMaDa3“ zur Untersuchung des Kandidaten OCU410 offiziell auf den Status der Patientenaufnahme umgestellt.

Dieser Schritt folgt auf die Genehmigung des Studienprotokolls durch die US-Arzneimittelbehörde FDA. Die Studie widmet sich der Behandlung der geografischen Atrophie und ist darauf ausgelegt, weltweit etwa 237 Probanden einzuschließen. Der Beginn der Dosierungen im Rahmen dieser entscheidenden Zulassungsstudie wird für September 2026 erwartet.

Klinische Pipeline und globale Expansionspläne

Parallel zur OCU410-Studie treibt das Management die Entwicklung weiterer Gentherapie-Kandidaten voran. Im Rahmen der Canaccord Genuity Growth Conference gab die Unternehmensführung am 11. August bekannt, dass die Einreichung von Zulassungsanträgen (Biologics License Applications, BLA) für OCU400 zur Behandlung von Retinitis pigmentosa sowie für OCU410ST gegen Morbus Stargardt für das Jahr 2027 angestrebt wird. Erste Topline-Daten aus der Phase-3-Studie für OCU400 werden bereits im ersten Quartal 2027 erwartet.

Zur wirtschaftlichen Absicherung dieser Projekte hat Ocugen am 13. August eine weitreichende Kooperation für den Nahen Osten und Nordafrika (MENA) vereinbart. Ein verbindliches Term Sheet mit Roots Pharmaceutical sieht eine exklusive Lizenzierung von OCU400 in dieser Region vor. Die Vereinbarung beinhaltet potenzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 255 Millionen US-Dollar sowie eine Lizenzgebühr von 22 % auf die erzielten Nettoumsätze.

Finanzielle Neuausrichtung und institutionelles Interesse

Die finanzielle Basis des Unternehmens wurde durch die Platzierung einer vorrangigen Wandelanleihe in Höhe von 130 Millionen US-Dollar gestärkt. Das Papier ist mit einem Zinssatz von 6,75 % ausgestattet. Ein Teil des Erlöses, konkret 32,7 Millionen US-Dollar, wurde bereits verwendet, um hochverzinste Verbindlichkeiten gegenüber Avenue Capital abzulösen.

Medienberichten zufolge übertraf der im zweiten Quartal 2026 gemeldete Umsatz mit 1,5 Millionen US-Dollar die Erwartungen des Marktkonsenses von 0,89 Millionen US-Dollar. Der Nettoverlust pro Aktie fiel mit 0,07 US-Dollar hingegen etwas höher aus als die prognostizierten 0,05 US-Dollar.

Das Vertrauen institutioneller Investoren in die langfristige Strategie scheint zuzunehmen. Die Investmentgesellschaft Janus Henderson Group meldete am 13. August eine passive Beteiligung von 3,0 % an Ocugen, die sich aus 10 Millionen Stammaktien und ebenso vielen Optionsscheinen zusammensetzt.

Auch Hennion & Walsh Asset Management baute seine Position im zweiten Quartal deutlich um über 120 % auf insgesamt rund 2,83 Millionen Aktien aus. An der Börse notiert der Titel derzeit in einer Konsolidierungsphase; das Papier ging am Freitag bei 1,19 € aus dem Handel. Damit liegt der Wert aktuell 8,5 % unter dem 200-Tage-Durchschnitt, während die Marktkapitalisierung bei 403,30 Millionen € liegt.

Analystenbewertungen und bevorstehende Termine

Die jüngsten Anpassungen der Analystenhäuser spiegeln den erhöhten Kapitalbedarf für die groß angelegten Studien wider. Das Analysehaus H.C. Wainwright senkte am 11. August seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf einen erwarteten Verlust von 0,28 US-Dollar pro Aktie.

Für das Folgejahr 2027 rechnen die Experten mit einem Minus von 0,36 US-Dollar. Gleichzeitig verbesserte die Ratingagentur Weiss Ratings am selben Tag ihre Einschätzung für den Wert leicht von „sell (e+)“ auf „sell (d-)“.

Für die Aktionäre steht am 21. September ein wichtiger Termin an. Ocugen hat für diesen Tag eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um über verschiedene Unternehmensanträge abstimmen zu lassen.

Investoren wurden bereits am 13. August förmlich an die Stimmabgabe erinnert. Diese Abstimmung gilt als relevanter Wegweiser für die operative Handlungsfreiheit des Unternehmens während der laufenden kostenintensiven Phase der klinischen Zulassungsstudien.

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