Ocugen Aktie: OCU400-Lizenz mit 255 Millionen Dollar
Ocugen will 2026 den Zulassungsantrag für OCU400 einreichen. Die Finanzierung sichert die Liquidität bis 2028, Analysten sehen Kurspotenzial.

- BLA-Einreichung für OCU400 geplant
- 130 Millionen Dollar Finanzierung gesichert
- Phase-III-Studie für OCU410 genehmigt
- Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
Das US-Biotechnologieunternehmen Ocugen bereitet den nächsten entscheidenden Schritt für sein wichtigstes klinisches Projekt vor. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, soll noch Ende 2026 das Zulassungsverfahren für die genunabhängige Therapie OCU400 bei der US-Gesundheitsbehörde FDA eingeleitet werden.
Geplant ist ein rollierender Zulassungsantrag (Biologics License Application, BLA) für die Behandlung von Retinitis pigmentosa. Medienberichten zufolge reagierte der Markt positiv auf diese Ankündigung; die Anteilscheine verzeichneten zeitweise Kursgewinne von fast fünf Prozent.
Finanzielle Reichweite bis ins Jahr 2028
Parallel zur klinischen Entwicklung hat das Management die finanzielle Basis des Unternehmens stabilisiert. Wie am Dienstag auf einer Fachkonferenz von Canaccord Genuity bestätigt wurde, sichert die jüngste Finanzierung über eine Wandelanleihe in Höhe von 130 Millionen US-Dollar den Geschäftsbetrieb bis in das Jahr 2028 ab. Laut Reuters deckt dieses Kapital alle wichtigen klinischen Meilensteine für die drei Hauptprogramme des Unternehmens ab.
Bereits am 6. August hatte Ocugen den erfolgreichen Abschluss dieser Finanzierungsrunde gemeldet. Die Nettoerlöse von rund 112,5 Millionen US-Dollar wurden teilweise dazu verwendet, hochverzinsliche Schulden bei Avenue Capital in Höhe von 32,7 Millionen US-Dollar abzulösen.
Zum Ende des zweiten Quartals am 30. Juni 2026 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und zweckgebundene Barmittel in Höhe von 100,4 Millionen US-Dollar. Die Ergebnisse des zweiten Quartals wiesen zudem einen Umsatz aus Kooperationsvereinbarungen von 1,49 Millionen US-Dollar aus, während der Nettoverlust bei 24,9 Millionen US-Dollar oder 0,07 US-Dollar pro Aktie lag.
Fortschritte in der klinischen Pipeline und globale Expansion
Neben OCU400 treibt Ocugen weitere Projekte voran. Das Unternehmen erhielt am 6. August die Genehmigung der FDA für den Start der Phase-III-Studie „ArMaDa3“ für den Wirkstoff OCU410 zur Behandlung der geografischen Atrophie. Die globale Studie mit rund 237 Teilnehmern soll im September 2026 beginnen.
Für OCU400 konnte zudem eine exklusive Lizenzvereinbarung für die Regionen Nahost und Nordafrika (MENA) unterzeichnet werden. Der Vertrag sieht potenzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 255 Millionen US-Dollar sowie eine Umsatzbeteiligung von 22 Prozent vor.
Auch institutionelle Investoren zeigten zuletzt verstärktes Interesse. Am Donnerstag wurde durch eine Pflichtmitteilung bekannt, dass die Janus Henderson Group eine Beteiligung an Ocugen hält, die 10 Millionen Stammaktien sowie 10 Millionen Optionsscheine umfasst. Zuvor hatte bereits die State Street Corporation eine Beteiligung von 6,3 Prozent zum Stichtag 30. Juni gemeldet.
Analysten sehen erhebliches Aufwärtspotenzial
Die jüngsten operativen Fortschritte und die gestärkte Bilanz spiegeln sich in aktuellen Analystenbewertungen wider. Whitney Ijem von Canaccord Genuity bekräftigte am 8. August die Kaufempfehlung für die Aktie und setzte ein Kursziel von 11,00 US-Dollar fest. Als Begründung wurden die Fortschritte in der Augenheilkunde-Pipeline und die solide Cash-Position angeführt.
Ebenfalls am 8. August bestätigte das Analysehaus Noble Financial seine Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 12,00 US-Dollar. Trotz einer leichten Anpassung der Prognose für das Ergebnis je Aktie im dritten Quartal 2026 auf einen Verlust von 0,06 US-Dollar bleibt das Haus optimistisch für den langfristigen Verlauf.
An der Börse wird das Unternehmen aktuell mit einer Marktkapitalisierung von 395,37 Millionen Euro bewertet. Das Papier schloss gestern bei 1,16 Euro und liegt damit rund 51 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2,35 Euro. Das Unternehmen erwartet erste Top-Line-Daten aus der Phase-III-Studie für OCU400 im ersten Quartal 2027.
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