Ölpreis: Fördermenge entscheidet über kurzfristige Entwicklung

Mit knapp unter 30 US-Dollar pro Barrel Rohöl (bei den Sorten WTI und Brent) hatte der Ölpreis Anfang des Jahres einen Tiefstand erreicht. Inzwischen konnte sich der Ölpreis leicht erholen und sich zuletzt wieder über die 50-Dollar-Marke hieven – auch dank der überraschenden Ankündigung, dass sich die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) auf eine Fördergrenze von 32,5 Millionen Barrel pro Tag einigen konnten. Ob das den Preis für Rohöl wieder nachhaltig nach oben treiben wird, bleibt jedoch zweifelhaft. Denn zum einen muss eine solche Fördergrenze erstmal durchgesetzt werden, zum anderen hakt es auch noch an anderen Stellen.

oel-kurszettel-fotolia-48737037-daniel-grunwaldDie Ankündigung der OPEC-Staaten vor gut zwei Wochen, nun doch die tägliche Fördermenge Rohöl zu drosseln, um eine gewisse Preisstabilität zu erreichen, war durchaus eine Überraschung. Monatelang standen einer solchen Einigung vor allem die nationalen Strategien Saudi-Arabiens und Irans im Wege. Die Überraschung sorgte für einen kurzfristigen Anstieg beim Ölpreis.

Ölpreis-Entwicklung: Auf die Umsetzung kommt es an

Doch wie nachhaltig kann der Anstieg sein? Es wird kurzfristig vor allem darauf ankommen, ob und wie genau die Begrenzung der Fördermenge tatsächlich umgesetzt wird. Über Details-Fragen werden die OPEC-Staaten erst Ende-November beraten.

Auch eine Beteiligung des Öl-Giganten Russland scheint möglich. Derzeit gibt es hierzu jedoch widersprüchliche Aussagen von Präsident Putin, der eine Zusammenarbeit grundsätzlich für sinnvoll hält, und dem russischen Energieminister Alexander Nowak, der diese zuletzt ablehnte. Sollten die Fördergrenzen tatsächlich umgesetzt werden und sogar Russland mit an Bord sein, dürfte der Ölpreis kurzfristig deutlichen Rückenwind erhalten.

Mittelfristig bestimmen verschiedene Faktoren den Ölpreis

Auf mittlere und lange Sicht würde dies aber nicht automatisch eine Rallye des Ölpreises bedeuten. Denn zum einen beträgt die geplante Drosselung nur 750.000 Barrel pro Tag – weniger als ein Prozent der globalen Produktion. Zum anderen, und das wiegt noch stärker als die Fördermenge, ist derzeit unklar wie sich die Nachfrage entwickelt. Die Weltkonjunktur und damit auch die industrielle Nachfrage haben schon bessere Zeiten gesehen. Der Ölpreis hängt also in vielen Faktoren, zumindest in den kommenden Wochen steht aber weiterhin die OPEC im Mittelpunkt des Interesses.

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