OHB: 45-Prozent-Absturz vom Allzeithoch

OHB-Aktionäre bangen vor Kapitalmaßnahmen und Verwässerung. Der geplante Milliarden-Deal mit KKR stockt, während das operative Geschäft boomt.

Die Kernpunkte:
  • Hauptversammlung mit brisanten Beschlüssen
  • Wandelanleihen über 1,2 Milliarden Euro geplant
  • KKR-Aktienverkauf vorerst ausgesetzt
  • Operatives Wachstum mit Umsatzplus von 15 Prozent

45 Prozent Absturz vom Allzeithoch. Bei OHB prallen extreme Kursgewinne auf eine harte Realität. Die Bremer Raumfahrt-Schmiede steht vor einer Schicksalswoche. Aktionäre müssen gleich drei kritische Hürden nehmen.

Hauptversammlung birgt Zündstoff

Am Montag blicken Anleger auf die Hauptversammlung. Die Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz schlägt Alarm. Sie fordert Minderheitsaktionäre auf, gegen zentrale Beschlussvorlagen zu stimmen. Das Management fordert nämlich weitreichende finanzielle Vollmachten.

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Bis 2031 will OHB Wandelanleihen über 1,2 Milliarden Euro begeben. Flankierend plant der Vorstand ein bedingtes Kapital. Dieses entspricht 20 Prozent des aktuellen Grundkapitals.

Die Folge: Freie Aktionäre fürchten eine massive Verwässerung. Bei einem Streubesitz von nur sechs Prozent haben sie jedoch kaum Gegenmacht.

Milliarden-Deal liegt auf Eis

Parallel dazu stockt ein gigantischer Aktienverkauf. Der Großaktionär KKR will seinen Anteil von 29 Prozent massiv abbauen. Etwa 20 Prozentpunkte stehen zum Verkauf. Die Transaktion soll mehr als eine Milliarde Euro in die Kassen spülen.

Eigentlich sollte der Verkauf im Juni über die Bühne gehen. Ein externer Faktor stört jedoch den Zeitplan. Der erwartete Milliarden-Börsengang von SpaceX bindet aktuell massiv Kapital. Die beteiligten Banken haben die Platzierung daher vorerst ausgesetzt. Gelingt der Verkauf später, steigt der Streubesitz auf rund 26 Prozent.

Operatives Geschäft wächst rasant

Abseits der Finanzthemen läuft das operative Geschäft auf Hochtouren. Das erste Quartal brachte ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Der Auftragsbestand wuchs auf beachtliche 3,35 Milliarden Euro.

Neue Aufträge könnten bald folgen. Ab dem 10. Juni präsentiert sich OHB auf der ILA Berlin. Die Luft- und Raumfahrtmesse gilt als wichtiger Ort für Vertragsabschlüsse. Kurz darauf rückt ein technischer Meilenstein in den Fokus. Rocket Factory Augsburg plant ab dem 1. Juli den Erstflug ihrer Trägerrakete in Schottland. Ein Erfolg würde die Abhängigkeit von fremden Raketen drastisch senken.

Die Börse reagiert auf diese Ballung an Ereignissen extrem nervös. Allein am Freitag brach der Kurs um 9,15 Prozent auf 372,50 Euro ein.

Seit Jahresbeginn steht zwar immer noch ein sattes Kursplus von über 200 Prozent auf der Anzeigetafel. Die hohe annualisierte Volatilität von 142 Prozent zeigt jedoch klar: Die wilden Preisschwankungen werden die Aktie auch durch den Sommer begleiten.

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