OHB: 482 Millionen für Weltraumausbau

OHB schließt Kapitalerhöhung ab und meldet Rekordauftragsbestand. Der Besuch von Verteidigungsminister Pistorius unterstreicht die strategische Rolle des Raumfahrtkonzerns.

Die Kernpunkte:
  • Kapitalerhöhung endgültig eingetragen
  • Rekordauftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro
  • Pistorius besucht OHB in Bremen
  • Neuer COO und Aufsichtsrat gewählt

Im Mittelpunkt der Gespräche standen militärische Weltraumfähigkeiten sowie Investitionspläne des Bundes von 35 Milliarden Euro. Der Termin fällt in eine Phase, in der OHB gerade eine umfangreiche Kapitalmaßnahme abgeschlossen hat und operativ mit einem Rekordauftragsbestand aufwartet.

Kapitalerhöhung endgültig im Handelsregister

Anfang Juli wurde die zweite Tranche der Kapitalerhöhung ins Handelsregister eingetragen, das Grundkapital von OHB steigt damit auf rund 20,83 Millionen Euro. Parallel meldete das Unternehmen die neue Gesamtzahl der Stimmrechte nach § 41 WpHG. Die Ergebnisse des vorangegangenen Bezugsangebots fielen unspektakulär aus: Minderheitsaktionäre übten Bezugsrechte für lediglich 7.635 neue Aktien aus. Der überwiegende Teil der Kapitalmaßnahme lief bereits über eine Privatplatzierung an institutionelle Investoren, bei der zuvor 1.605.388 Aktien untergebracht worden waren.

Grundlage der gesamten Maßnahme war ein Vorstandsbeschluss vom 22. Juni, das Grundkapital um bis zu 8,86 Prozent zu erhöhen. Die Familie Fuchs als Kernaktionär und die KKR-Gesellschaft Orchid Lux verzichteten dabei bewusst auf eigene Bezugsrechte, um den Streubesitz auf über 20 Prozent auszuweiten. Ende Juni wurde die eigentliche Privatplatzierung abgeschlossen: 1,6 Millionen neue sowie 1,4 Millionen bestehende Aktien aus dem Bestand von Orchid Lux HoldCo gingen zu je 300,00 Euro an internationale Investoren. Für OHB selbst resultierte daraus ein Bruttoerlös von rund 482 Millionen Euro, mit dem das Unternehmen seine Investitionsfähigkeit im Weltraumgeschäft stärken will.

Kurs unter Druck, operative Zahlen auf Rekordniveau

An der Börse zeigt sich der Nachwehen der Kapitalmaßnahme deutlich. Die Aktie schloss am Montag bei 246,00 Euro und legte damit 2,07 Prozent zu, notiert aber weiterhin 3,29 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, während kurzfristige Indikatoren wie der 14-Tage-RSI von 34,0 auf eine überverkaufte Situation hindeuten. Der starke Rückgang der vergangenen Wochen hängt eng mit der Verwässerung durch die Kapitalerhöhung sowie dem Platzierungspreis von 300,00 Euro zusammen, der deutlich unter früheren Kursniveaus lag.

Operativ liefert OHB unterdessen solide Zahlen. Im ersten Quartal 2026 stieg die Gesamtleistung um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro, das bereinigte EBIT kletterte um 63 Prozent auf 16,8 Millionen Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 3,35 Milliarden Euro einen Rekordwert. Beim Capital Market Day im Januar hatte OHB seine Mittelfrist-Guidance angehoben und für 2028 einen Umsatz von mehr als 2,0 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von über 12 Prozent in Aussicht gestellt.

Personalwechsel und Dividende

Auf der ordentlichen Hauptversammlung Anfang Juni beschlossen die Aktionäre eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Zugleich wurde Dr. Theodor Weimer, ehemals Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse, neu in den Aufsichtsrat gewählt. Auf der operativen Seite berief das Unternehmen Dr. Luis Alejandro Orellano zum neuen Chief Operating Officer, der sein Amt zum 1. Juli antrat. Diese personellen Weichenstellungen fallen zeitlich mit der Neuausrichtung der Aktionärsstruktur zusammen, die durch den erhöhten Streubesitz und die geringere Konzentration bei Familie Fuchs und KKR entsteht.

Der Besuch von Pistorius in Bremen unterstreicht, dass OHB im Zentrum der deutschen Verteidigungsraumfahrt-Strategie steht, während das Unternehmen gleichzeitig seine Kapitalbasis neu ordnet und operativ wächst. Wie sich die frisch eingesammelten Mittel und der breitere Investorenkreis auf die weitere Entwicklung auswirken, dürfte sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen.

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