OHB: 6,4 Prozent nach Isar-Testflug
OHB gewinnt zeitweise an Boden, bleibt nach Kursverlusten und Kapitalerhöhung jedoch schwankungsanfällig. Quartalszahlen folgen im November.

- OHB steigt intraday um 6,4 Prozent
- SES-Auftrag umfasst 18 Satellitenplattformen
- SDAX-Aufnahme brachte keinen nachhaltigen Schub
- Quartalszahlen sind für November geplant
OHB kämpft sich zurück – zumindest zeitweise. Nachdem die Aktie des Bremer Raumfahrtkonzerns wochenlang unter Druck stand, sorgte der erfolgreiche Testflug von Isar Aerospace am vergangenen Wochenende für neuen Rückenwind bei europäischen Raumfahrtwerten. Laut Medienberichten setzten sich OHB- und Eutelsat-Aktien von ihren jüngsten Tiefs ab, bei OHB wurde intraday ein Plus von 6,4 Prozent genannt.
Die Erleichterung kommt nicht von ungefähr. Der Kurs war zuvor tief gefallen – ausgelöst durch eine Kettenreaktion aus Großauftrag, Kapitalmaßnahme und Skepsis der Anleger gegenüber der hohen Bewertung des Sektors.
Der SES-Auftrag über knapp eine Milliarde Euro für 18 Satellitenplattformen im Rahmen des EU-Programms IRIS² liegt inzwischen rund zwei Wochen zurück, seither hat die Aktie um 2,8 Prozent nachgegeben.
Auch die SDAX-Aufnahme vor rund einem Monat brachte keinen nachhaltigen Schub – seit der Aufnahme steht ein Minus von 31,4 Prozent zu Buche. Die im gleichen Zeitraum durchgeführte Kapitalerhöhung belastete die Anteilsscheine zusätzlich.
Isar-Aerospace-Erfolg als Stimmungsaufheller
Der geglückte Testflug von Isar Aerospace wirkte wie ein Katalysator für die gesamte europäische Raumfahrtbranche. Anleger werteten den Erfolg als Beleg dafür, dass europäische Player im Wettlauf um kommerzielle Raumfahrtkapazitäten technologisch mithalten können – ein Narrativ, von dem auch OHB als etablierter Zulieferer profitiert.
Der Schlusskurs vom Donnerstag lag bei 177,80 Euro, nachdem die Aktie an diesem Tag um 2,2 Prozent nachgegeben hatte. Der Erholungsimpuls vom Wochenanfang konnte die vorangegangenen Verluste damit nicht vollständig kompensieren.
Die Schwankungsbreite bleibt hoch. Binnen 30 Tagen verlor das Papier rund 32 Prozent, was die Nervosität der Anleger nach dem turbulenten Spätsommer widerspiegelt. Gleichzeitig steht die Aktie seit Jahresbeginn noch immer deutlich im Plus – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Rücksetzer vor allem eine Korrektur nach starkem Kursanstieg ist, nicht der Beginn eines fundamentalen Abwärtstrends.
Blick auf die kommenden Termine
Für Anleger rückt nun der Finanzkalender in den Fokus. Am 12. November 2026 will OHB die Zahlen zum dritten Quartal vorlegen, begleitet von einer Ergebnispräsentation. Diese Vorlage dürfte zeigen, ob der IRIS²-Auftrag bereits operative Spuren in Auftragsbestand und Umsatzausblick hinterlässt, und ob sich die durch die Kapitalmaßnahme veränderte Aktionärsstruktur auf die Nachfrage nach der Aktie auswirkt.
Der Vertrag mit SES bleibt der zentrale mittelfristige Werttreiber: Die ersten Satelliten sollen 2029 gebaut werden, der Start der ersten Dienste ist für 2030 vorgesehen. Bis dahin dürfte die Aktie weiter zwischen Wachstumsfantasie rund um Europas Raumfahrtambitionen und der Skepsis gegenüber der aktuellen Bewertung schwanken.
Der jüngste Kursrutsch zeigt, wie schnell positive Nachrichten von Gewinnmitnahmen überlagert werden können – die Erholung nach dem Isar-Aerospace-Flug liefert dafür nur ein vorläufiges Gegenbeispiel.
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