OHB: Aerospacelab übernimmt größten IRIS²-Posten
OHB entwickelt mit SES 18 Satellitenplattformen für IRIS², während Aerospacelab den größten Einzelvertrag über 2,4 Milliarden Euro erhielt.

- Aerospacelab übernimmt größten IRIS²-Einzelauftrag
- OHB und SES bauen 18 Plattformen
- OHB stellt weitere Aufträge in Aussicht
- Aktie verliert binnen 30 Tagen 26 Prozent
Großauftrag für Aerospacelab und Plattformen von OHB
Die Rollenverteilung beim Aufbau der europäischen Kommunikationsinfrastruktur IRIS² nimmt schärfere Konturen an. Während OHB SE als wichtiger Lieferant feststeht, ging der volumenmäßig größte Einzelposten an einen Wettbewerber.
Laut Reuters sicherte sich das Unternehmen Aerospacelab am 10. September einen separaten Großauftrag über 2,4 Milliarden Euro. Dieser Vertrag umfasst den Bau der Mehrheit der Satelliten für das Vorhaben und ist ausdrücklich nicht OHB SE zuzurechnen.
Für OHB SE bleibt die Beteiligung an dem europäischen Großprojekt dennoch ein zentraler Pfeiler. Gemeinsam mit dem Betreiberkonsortiumspartner SES erhielt das Raumfahrtunternehmen einen Auftrag der EU-Kommission über knapp eine Milliarde Euro.
Die Vereinbarung beinhaltet die Entwicklung und Produktion von 18 Satellitenplattformen für das europäische sichere Kommunikationsnetz.
Perspektiven im europäischen Raumfahrtnetzwerk
Im Zuge des weiteren Ausbaus der Infrastruktur stellte OHB SE zusätzliche Aufträge in Aussicht. Für die Bremer Unternehmensgruppe bedeutet das paneuropäische Vorhaben eine erhebliche Auslastung über die kommenden Jahre. Die Vergabeentscheidungen bringen den beteiligten Industriepartnern operative Klarheit, binden die Fertigungskapazitäten jedoch zugleich an anspruchsvolle technologische Vorgaben und straffe Zeitpläne.
Am Kapitalmarkt sorgten zuletzt auch externe Branchenereignisse für kurzzeitige Unruhe. Medienberichten zufolge verknüpften Marktteilnehmer Kursbewegungen der OHB-Aktie mit einem Testflug von Isar Aerospace.
Das Raumfahrtunternehmen agiert jedoch unabhängig, und der durchgeführte Testflug stellt keinen Auftrag für OHB SE dar. Zudem gab es eine Ehrung für das unternehmerische Lebenswerk: Am 9. September erhielt Mitgründerin Christa Fuchs den Sonderpreis des Deutschen Gründerpreises.
Kurskorrektur im Monatsvergleich
An der Börse schloss die Aktie gestern bei 176,80 Euro. Nach einer deutlichen Korrekturphase verzeichnete der Titel über einen Zeitraum von 30 Tagen ein Minus von 26 Prozent. Über das gesamte bisherige Börsenjahr hinweg fällt die Bilanz der OHB-Anleger dennoch erfreulich aus. Seit dem Jahresanfang beläuft sich das Kursplus auf 51 Prozent.
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