OHB Aktie: 200-Tage-Linie bei 241,40 Euro
Nach Ende der Stabilisierungsphase durch J.P. Morgan muss die OHB-Aktie die wichtige 200-Tage-Linie ohne Sicherheitsnetz verteidigen.

- Stützungskäufe von J.P. Morgan beendet
- Kurs nahe der 200-Tage-Linie
- Kapitalzufluss von 484 Millionen Euro
- Quartalszahlen am 6. August erwartet
Wochenlang hat J.P. Morgan den Kurs der OHB-Aktie gestützt. Seit Freitagabend ist damit Schluss. Der Bremer Raumfahrt- und Verteidigungskonzern muss sich nun ohne Sicherheitsnetz behaupten – ausgerechnet an einer entscheidenden charttechnischen Marke.
Vorbörslich am Montag zeigt sich das Papier zunächst robust. Der Kurs steigt um 1,04 Prozent auf 242,50 Euro. Ob diese Stabilität hält, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen.
J.P. Morgan beendet die Stützungskäufe
Am 24. Juli 2026 lief die Stabilisierungsphase offiziell aus. Sie hatte am 24. Juni begonnen, direkt nach einer Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Wachstumspläne in Raumfahrt und Verteidigung. OHB gab dabei insgesamt 1.702.480 neue Aktien aus, verteilt auf zwei Tranchen.
J.P. Morgan koordinierte in dieser Zeit den Markt. Die Bank fing übermäßige Kursausschläge nach der Aktienausgabe ab. Dieser Puffer fällt nun weg. Die Aktie muss ihre fundamentale und charttechnische Verfassung wieder allein beweisen.
Die 200-Tage-Linie wird zum Test
Der Zeitpunkt könnte kaum brisanter sein. Der aktuelle Kurs von 242,50 Euro liegt nur knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 241,40 Euro. Diese Marke gilt Marktteilnehmern als wichtigste Unterstützung für den langfristigen Aufwärtstrend.
In den vergangenen 30 Tagen hat die Aktie 11,66 Prozent verloren. Der Druck kommt vor allem vom Bezugspreis der neuen Aktien: 300,00 Euro. Diesen Preis unterbietet der Markt inzwischen deutlich. Der RSI von 34,4 signalisiert dabei einen Titel, der sich dem überverkauften Bereich nähert – ein möglicher Hinweis auf eine Bodenbildung genau an dieser Trendlinie.
Frisches Kapital für Verteidigung und New Space
Die kurzfristige Korrektur überschattet einen soliden Kapitalzufluss. OHB erhält aus der Emission Bruttoerlöse von rund 484 Millionen Euro. Das Geld soll vor allem in zwei Bereiche fließen: die Industrialisierung der Satellitenfertigung und den Ausbau der Startkapazitäten. Zusätzlich soll der Streubesitz planmäßig auf über 20 Prozent steigen.
Politische Rückendeckung gibt es auch. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius besuchte OHB am 14. Juli 2026 in Bremen. Er begrüßte dort die Pläne für souveräne deutsche Startmöglichkeiten, die OHB über seine Tochter European Spaceport Company vorantreibt. Pistorius bezeichnete den Konzern als Partner für die nationale Sicherheitsarchitektur im Weltraum.
Der Blick richtet sich auf den 6. August
Am 6. August 2026 legt OHB die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Diese Zahlen müssen zeigen, ob sich der Rekordauftragsbestand von rund 3,35 Milliarden Euro bereits in profitables Wachstum übersetzt.
Bis dahin bleibt die Lage nervös. Die annualisierte Volatilität liegt zuletzt bei 73,19 Prozent – ohne den Stabilisator im Rücken dürfte sie kaum sinken. Für die Aktie heißt das: Die 200-Tage-Linie bei 241,40 Euro wird zur ersten echten Bewährungsprobe seit der Kapitalerhöhung.
OHB SE-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue OHB SE-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:
Die neusten OHB SE-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für OHB SE-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
OHB SE: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




