OHB Aktie: 484 Millionen frisches Kapital

Trotz Kursrutsch sichert sich OHB 484 Mio. Euro für Raumfahrt und Verteidigung. Technische Indikatoren deuten auf überverkaufte Aktie hin.

Die Kernpunkte:
  • Kapitalerhöhung über 484 Millionen Euro
  • Neue Aktien zu 300 Euro platziert
  • Kurs seit 30 Tagen um 39% gefallen
  • Stabilisierungsmaßnahmen bis 24. Juli

OHB SE holt sich frisches Kapital – mitten in einer heftigen Kurskorrektur. Der Bremer Raumfahrt- und Verteidigungskonzern platziert neue Aktien für rund 484 Millionen Euro. Das Geld soll Wachstum in Raumfahrt und Verteidigung finanzieren. Der Kurs selbst steckt derweil tief in der Korrektur.

Kapitalerhöhung sichert frisches Geld

OHB gibt 1.702.480 neue Aktien aus, zum Preis von 300 Euro je Aktie. Damit fließen dem Unternehmen brutto rund 484 Millionen Euro zu.

Die erste Tranche umfasste bereits 1.605.388 Aktien und brachte 481,6 Millionen Euro ein. Am 9. Juli 2026 bestätigte OHB den Abschluss des Bezugsangebots. Das frische Kapital soll dem Konzern Spielraum für den Ausbau seiner Raumfahrt- und Verteidigungssparte geben.

Parallel dazu plant OHB neue Optionen für Raketenstarts. Künftig sollen Starts auch vom Atlantik und aus Regionen nahe dem Äquator möglich sein. Ursprünglich waren dafür nur Standorte in der Nordsee vorgesehen. Die flexiblen Startplätze ergänzen das bestehende Portfolio des Konzerns – von Satellitenplattformen für Erdbeobachtung bis zu Aufklärungssystemen.

Kurs unter Druck, RSI zeigt überverkauft

Die OHB-Aktie schloss am Freitag bei 241 Euro, nur knapp über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. In den vergangenen 30 Tagen ist der Kurs um fast 39 Prozent eingebrochen. Der RSI von 32,2 signalisiert einen überverkauften Bereich – ein möglicher Hinweis auf eine Bodenbildung.

Als Reaktion auf die Aktienplatzierung hat J.P. Morgan SE Stabilisierungsmaßnahmen ergriffen. Diese laufen vom 24. Juni bis voraussichtlich zum 24. Juli 2026.

Verteidigungsausgaben als Rückenwind

Verteidigungsminister Boris Pistorius besuchte OHB am 14. Juli 2026 in Bremen. Im Mittelpunkt standen Satellitenprogramme und Deutschlands strategische Souveränität im All. OHB-Chef Marco Fuchs begrüßte dabei Pläne für Investitionen von 35 Milliarden Euro in militärische Weltraumfähigkeiten.

Zusätzlich kooperiert OHB mit Schwarz Digits, der IT-Sparte der Schwarz Gruppe. Gemeinsam wollen beide Künstliche Intelligenz in der Satellitenfertigung einsetzen. Solche Partnerschaften sollen OHB helfen, von steigenden europäischen Verteidigungsausgaben zu profitieren.

Bis zum 24. Juli 2026 stützt J.P. Morgan den Kurs noch mit Stabilisierungsmaßnahmen. Danach zeigt sich, wie der Markt die neuen Aktien ohne diese Stütze bewertet.

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