OHB Aktie: HV am 8. Juni im Fokus
Aktionärsschützer lehnen Kapitalmaßnahmen der OHB ab. Trotz Rekordaufträgen verliert die Aktie an Wert.

- DSW ruft zu Gegenstimmen auf
- Geplante Kapitalerhöhung sorgt für Unmut
- Operativ starkes Quartal mit Rekordaufträgen
- KKR plant Anteilsverkauf im Juni
Starke Zahlen, eine hochvolatile Aktie und ein drohender Konflikt mit Aktionärsschützern — bei der OHB SE prallen im Juni Welten aufeinander. Das Bremer Raumfahrtunternehmen steht vor entscheidenden Wochen. Auf der Hauptversammlung formiert sich massiver Widerstand gegen die Pläne des Managements.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Allein in den vergangenen sieben Tagen verlor das Papier 23 Prozent an Wert und schloss am Mittwoch bei 369,50 Euro. Auf Jahressicht steht zwar immer noch ein sattes Plus von rund 200 Prozent, die extrem hohe Volatilität mahnt jedoch zur Vorsicht.
DSW blockiert Kapitalpläne
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ruft bei vier Tagesordnungspunkten zur Gegenstimme auf. Im Zentrum der Kritik steht die geplante Ausgabe von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen. Der Vorstand will sich ein Volumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro genehmigen lassen.
Flankierend plant das Management ein neues bedingtes Kapital, das ein Fünftel des aktuellen Grundkapitals umfasst. Hier sieht die DSW ein massives Verwässerungsrisiko für Altaktionäre. Erschwerend kommt hinzu, dass die Unternehmensführung das Bezugsrecht bei der Ausgabe neuer Aktien pauschal ausschließen will.
Ein weiteres Aktienoptionsprogramm für Führungskräfte sorgt ebenfalls für Unmut. Bei einem winzigen Streubesitz von aktuell nur sechs Prozent haben freie Aktionäre ohnehin kaum Mitspracherecht. Die anstehende virtuelle Hauptversammlung am 8. Juni wird damit zum echten Governance-Test.
Operativer Rekordlauf
Operativ liefert das Unternehmen derweil starke Argumente. Der Auftragsbestand kletterte im ersten Quartal um 45 Prozent auf rund 3,35 Milliarden Euro. Der Großteil davon entfällt auf das Kerngeschäft mit Raumfahrtsystemen.
Auch die Ertragskraft zieht spürbar an. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) legte um 37 Prozent zu. Unter dem Strich verdreifachte der Konzern seinen Nettogewinn auf knapp zehn Millionen Euro.
Für die kommenden Jahre hält der Vorstand an ehrgeizigen Zielen fest. Bis 2028 soll die Gesamtleistung auf über zwei Milliarden Euro steigen. Die operative Marge erwartet das Management dann bei mehr als 12 Prozent.
KKR-Ausstieg und SpaceX-Konkurrenz
Parallel zum HV-Streit steht die Struktur der Aktie vor einer Zäsur. Der Finanzinvestor KKR plant, seinen Anteil von derzeit 29 Prozent noch im Juni drastisch zu reduzieren. Ein Konsortium aus sieben Banken soll rund 20 Prozentpunkte am Markt platzieren.
Gelingt dieser Schritt, würde der Streubesitz auf etwa 26 Prozent steigen. Das verspricht eine deutlich bessere Handelbarkeit und könnte die jüngsten Kursschwankungen dämpfen. Allerdings fällt die Platzierung genau in das Zeitfenster des heiß erwarteten SpaceX-Börsengangs, der massiv Investorenkapital bindet.
Der Juni liefert Schlag auf Schlag neue Impulse. Unmittelbar nach der Hauptversammlung präsentiert OHB auf der ILA Berlin ab dem 10. Juni neue Missionsverträge. Den Abschluss des vollgepackten Monats bildet die Raketentochter Rocket Factory Augsburg: Für den 1. Juli peilt das Unternehmen das Startfenster für den Jungfernflug der RFA ONE an.
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