OHB Aktie: Kartellamt am Zug

Das Bundeskartellamt prüft das geplante Gemeinschaftsunternehmen von OHB und Rheinmetall für das Satellitenprojekt SATCOMBw. Das Vorhaben birgt ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro.

Die Kernpunkte:
  • Prüfung des Joint Ventures durch Wettbewerbshüter
  • Satellitennetz für Bundeswehr mit Milliardenvolumen
  • OHB mit historisch hohem Auftragsbestand
  • Airbus-Beteiligung erhöht Zuschlagschancen

Der Weg zum größten Bundeswehr-Auftrag der Unternehmensgeschichte führt über den Schreibtisch der Wettbewerbshüter. Das Bundeskartellamt prüft seit wenigen Tagen das geplante Gemeinschaftsunternehmen von OHB und Rheinmetall Digital. Für den Bremer Raumfahrtkonzern geht es dabei um viel. Das Projekt SATCOMBw Stufe 4 birgt ein potenzielles Volumen im Milliardenbereich.

Das Ringen um SATCOMBw

Ziel der Kooperation ist ein unabhängiges, satellitengestütztes Kommunikationsnetz für die deutschen Streitkräfte, das bis 2029 im niedrigen Erdorbit entstehen soll. Das geschätzte Gesamtvolumen des Vorhabens liegt bei bis zu zehn Milliarden Euro. Die behördliche Freigabe des Joint Ventures ist die zwingende Voraussetzung für den operativen Start. Innerhalb des geplanten Konsortiums übernimmt Rheinmetall die militärische Systemführung. OHB verantwortet den Bau der Satelliten sowie das Engineering.

Lukrativer Kompromiss

Ein interessantes Spannungsfeld ergibt sich durch die zusätzliche Beteiligung von Airbus. Diese Konstellation verringert zwar den direkten Arbeitsanteil von OHB, steigert aber die Zuschlagschancen des Bündnisses beträchtlich. Das Analysehaus NuWays kalkuliert für das Konsortium mit einem Drittel des Gesamtkuchens. Das entspräche für OHB einem kumulierten Auftragseingang von 2,7 bis 3,3 Milliarden Euro.

Gleichzeitig wächst der strukturelle Druck im Sektor. Die geplante Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo bis 2027 schafft einen neuen europäischen Branchenriesen mit 25.000 Beschäftigten.

Volle Auftragsbücher

Operativ agiert OHB während des laufenden Prüfverfahrens aus einer Position der Stärke heraus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 kletterte der Umsatz um 21 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro, während das bereinigte EBIT überproportional auf 84 Millionen Euro anstieg. Mit einem festen Auftragsbestand von 3,19 Milliarden Euro hat das Unternehmen zudem eine historische Bestmarke erreicht.

Den nächsten detaillierten Einblick in die operative Entwicklung liefert OHB am 7. Mai 2026 mit den Zahlen zum ersten Quartal. Bis dahin bleibt der Fortgang des Fusionskontrollverfahrens der bestimmende formelle Taktgeber für die militärischen Wachstumspläne des Konzerns.

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