OHB Aktie: KKR-Verkauf bis 30. Juni

Großaktionär KKR muss bis Ende Juni ein OHB-Aktienpaket platzieren. Operativ starke Zahlen und Raketenstart stehen im Fokus.

Die Kernpunkte:
  • KKR muss Aktien bis Ende Juni verkaufen
  • SpaceX-IPO durchkreuzte ursprüngliche Pläne
  • Operatives Ergebnis stieg um 63 Prozent
  • Raketen-Erstflug im Juli geplant

Bei OHB tickt die Uhr. Großaktionär KKR will ein milliardenschweres Aktienpaket auf den Markt bringen. Ein erster Versuch platzte kurzfristig. Nun bleiben weniger als drei Wochen für einen neuen Anlauf.

Milliarden-Verkauf unter Zeitdruck

Der US-Finanzinvestor hält bis zu 29 Prozent an dem Raumfahrtkonzern. Das Ziel: KKR will Kasse machen. Die Transaktion soll mehr als eine Milliarde Euro einbringen. Die Frist endet bereits am 30. Juni 2026.

Ursprünglich sollte der Verkauf am heutigen 12. Juni starten. Der angekündigte Börsengang von SpaceX durchkreuzte diese Pläne. Ein solches Mega-IPO bindet schlicht zu viel Kapital. KKR stoppte die Platzierung umgehend.

Jetzt wächst der Druck. Sieben Banken begleiten den Verkaufsprozess. Darunter befinden sich Branchengrößen wie Goldman Sachs und JPMorgan. Gelingt die Platzierung, springt der Streubesitz von sechs auf rund 26 Prozent.

Das würde den Handel der Aktie massiv beleben. Kurzfristig droht jedoch Verkaufsdruck. Liegt der Ausgabepreis deutlich unter dem aktuellen Niveau, belastet das den Kurs.

Starkes Geschäft stützt die Aktie

Operativ liefert das Bremer Unternehmen gute Argumente. Im ersten Quartal kletterte das bereinigte operative Ergebnis um 63 Prozent. Es erreichte 16,8 Millionen Euro.

Ein prall gefüllter Auftragsbestand von über 3,3 Milliarden Euro sichert die Auslastung. Die Aktie spiegelt diese Stärke wider. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 231 Prozent auf der Tafel. Aktuell notiert das Papier bei 402,50 Euro.

Raketenstart und neue Führung

Ab Juli übernimmt Dr. Luis Alejandro Orellano den Posten des operativen Chefs. Er soll die Produktion skalieren. Parallel rückt ein technischer Meilenstein in den Fokus.

Die Raketentochter Rocket Factory Augsburg plant für Juli den Erstflug ihrer Trägerrakete. Sieben Satelliten stehen in Schottland bereit. Die Erwartungen bleiben jedoch nüchtern. Historisch gelingen weniger als 30 Prozent dieser Premieren.

Die kommenden Wochen entscheiden über die Aktionärsstruktur von OHB. Findet das Bankenkonsortium bis Ende Juni ausreichend Käufer, wird die Aktie für institutionelle Investoren greifbar. Scheitert der Zeitplan erneut, droht ein empfindlicher Vertrauensverlust am Markt.

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