OHB Aktie: Korrektur nach 629-Euro-Hoch
Nach einem Kursrutsch von über 30 Prozent steht die hohe Bewertung des Raumfahrtkonzerns OHB im Fokus der Anleger.

- Kursverlust von mehr als 30 Prozent
- Konsens-KGV lag bei rund 120
- KIRK-Joint-Venture als Kurstreiber
- Hauptversammlung am 8. Juni 2026
Nach einem der stärksten Kursläufe der vergangenen Monate dreht OHB SE in den Rückwärtsgang. Die Aktie hat seit ihren Hochs mehr als 30 Prozent verloren — und genau das rückt nun eine unbequeme Frage in den Mittelpunkt: Wie viel Fantasie steckt bereits im Kurs?
Vom Höhenflug zur Korrektur
Am 21. Mai 2026 notierte OHB im Xetra-Handel noch bei 629 Euro, das Tageshoch lag sogar bei 662 Euro. Knapp zehn Tage später, am 29. Mai, schloss die Aktie bei 443,50 Euro. Am heutigen Montag eröffnete der Kurs bei 464 Euro und fiel zwischenzeitlich auf 431,50 Euro.
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Bei einem Kurs von rund 442 Euro lag das Konsens-KGV für 2026 bereits bei etwa 120. Auf dem Hochpunkt Ende Mai hatte dieses Multiple nach verfügbaren Schätzungen fast 190 erreicht. Das ist keine Bewertung mehr, die sich allein mit soliden Projektmeldungen rechtfertigt — sie setzt voraus, dass OHB die Erwartungen dauerhaft übertrifft.
KIRK und ESA: Die Treiber der Rally
Den Ausgangspunkt des Anstiegs lieferte eine Meldung vom 19. Mai 2026. OHB und der KI-Spezialist Helsing gründeten das Gemeinschaftsunternehmen KIRK. Ziel ist ein weltraumbasiertes System zur taktischen Überwachung, Aufklärung und Zielerfassung — mit KI-Unterstützung und nahezu in Echtzeit. OHB trat dabei einem Konsortium mit Kongsberg Defence & Aerospace und HENSOLDT bei.
Zwei Tage später folgte die nächste positive Nachricht. Die ESA wählte die Satellitenmission SOVA-S von OHB Czechspace für die nächste Entwicklungsphase aus. Die Mission soll atmosphärische Schwerewellen in der oberen Mesosphäre messen. OHB Czechspace führt die Satellitenentwicklung als Hauptauftragnehmer.
Verteidigungsraumfahrt, Satellitenaufklärung, ESA-Projekte — das war ein starkes Paket. Der Markt hat es entsprechend eingepreist.
Was als Nächstes kommt
Kurzfristig gibt es zwei feste Termine. Am 8. Juni 2026 findet die ordentliche Hauptversammlung statt — rein virtuell, ohne physische Präsenz. Am 6. August folgen die Q2-Ergebnisse.
Die Quartalszahlen im August werden zeigen, ob das operative Geschäft mit den Kurserwartungen Schritt halten kann. Ein KGV von 120 lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen.
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