OHB Aktie: Marge auf dem Prüfstand

Der Raumfahrtkonzern OHB präsentiert Bilanzzahlen vor dem Hintergrund eines massiv gewachsenen Auftragsbestands. Die Finanzierung der Expansionskosten und die Entwicklung der Profitabilität stehen im Fokus.

Die Kernpunkte:
  • Auftragsbestand erreicht Rekordniveau von 3,1 Mrd. Euro
  • EBITDA-Marge von neun Prozent für 2025 erwartet
  • Großprojekte mit ESA, Ariane 6 und Bundeswehr treiben Wachstum
  • Management definiert ehrgeizige Umsatz- und Margenziele bis 2028

Ein Auftragsbestand auf Rekordniveau weckt hohe Erwartungen, birgt aber auch finanzielle Risiken. Wenn der Bremer Raumfahrtkonzern OHB am morgigen Donnerstag seine Jahreszahlen für 2025 präsentiert, schauen Investoren nicht nur auf das reine Umsatzwachstum. Im Zentrum steht die Frage, ob die milliardenschwere Projektpipeline die Liquidität überstrapaziert oder sich bereits in handfeste Gewinne verwandelt.

Wachstumskurs erfordert Kapital

Die jüngste Auftragsdynamik des Unternehmens liest sich beeindruckend. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Auftragseingang um 24 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro. Der feste Bestand wuchs sogar um 47 Prozent und durchbrach die Marke von 3,1 Milliarden Euro.

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Genau diese Expansion zwingt das Management nun zu erheblichen finanziellen Vorleistungen. Der Aufbau der nötigen Produktionskapazitäten bindet viel Kapital. Marktbeobachter werden daher bei der Bilanzpressekonferenz genau prüfen, ob die erwartete EBITDA-Marge von neun Prozent bei einer Gesamtleistung von 1,2 Milliarden Euro ausreicht, um diese Investitionen aus dem laufenden Geschäft zu decken.

Rückenwind durch ESA und Ariane 6

Operativ stützen gleich mehrere Großprojekte das Geschäft. Ein wichtiger Baustein ist der kürzlich gesicherte ESA-Vertrag über 81,2 Millionen Euro für die RAMSES-Asteroidenmission. Das Gesamtprojektvolumen beläuft sich hier auf rund 150 Millionen Euro.

Zusätzliche Planungssicherheit liefert der Hochlauf der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6. Die mittlerweile vollständig übernommene Tochtergesellschaft MT Aerospace liefert hierfür Tanks und Strukturkomponenten und profitiert von fest gebuchten Starts, unter anderem durch den US-Konzern Amazon. Da diese Erträge seit dem vierten Quartal 2025 komplett in die Konzernbilanz fließen, stärkt dies die Ertragskraft der Bremer.

Milliardenprojekt für die Bundeswehr

Parallel zu den laufenden Missionen bereitet sich OHB auf eine neue Größenordnung vor. Gemeinsam mit Airbus und Rheinmetall strebt das Unternehmen einen Großauftrag für das militärische Satellitennetzwerk SATCOMBw an. Bis 2029 sollen bis zu 200 Satelliten für die Bundeswehr im niedrigen Erdorbit kreisen.

Um die dafür nötige Serienfertigung zu gewährleisten, kaufte der Konzern bereits im vergangenen Herbst ein Werk im sächsischen Schöneck. Eine endgültige Vertragsunterschrift steht allerdings noch aus. Das Konsortium muss sich in den kommenden Monaten erst noch gegen europäische Konkurrenz durchsetzen.

Um die Transformation vom reinen Wachstumsunternehmen zur hochprofitablen Raumfahrtplattform zu untermauern, hat das Management ehrgeizige Mittelfristziele definiert:

  • 2026: 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung (11 Prozent EBITDA-Marge)
  • 2027: 1,7 Milliarden Euro Gesamtleistung (12 Prozent EBITDA-Marge)
  • Ab 2028: Über 2,0 Milliarden Euro Gesamtleistung (>12 Prozent EBITDA-Marge)

Der morgige Jahresabschluss liefert den entscheidenden Datenpunkt, inwieweit die aktuelle Kapitalbasis ausreicht, um die enormen Vorlaufkosten für dieses geplante Wachstumslayout aus eigener Kraft zu stemmen.

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