OHB: Joint Venture mit Rheinmetall genehmigt

OHB und Rheinmetall finalisieren ihr Gemeinschaftsunternehmen für Satellitenkommunikation, ein konkreter Bundeswehr-Auftrag steht jedoch noch aus.

Die Kernpunkte:
  • Joint Venture für Satellitenkommunikation steht
  • Bundeswehr-Auftrag noch nicht vergeben
  • OHB-Aktie fällt um fast acht Prozent
  • Operative Basis des Konzerns bleibt solide

OHB und Rheinmetall haben ihr geplantes Gemeinschaftsunternehmen für militärische Satellitenkommunikation konkretisiert. Die Struktur steht — doch ein konkreter Bundeswehr-Auftrag fehlt noch.

Klare Rollenverteilung, ungeklärte Auftragslage

Das Bundeskartellamt genehmigte die Gründung des Joint Ventures bereits am 16. April 2026. OHB übernimmt das Weltraum- und Bodensegment: Satellitenproduktion und Bodenstationen. Rheinmetall Digital verantwortet das Nutzersegment mit Endnutzerterminals. Beide Unternehmen sollen gemeinsam als Systemintegrator und Hauptauftragnehmer auftreten.

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Aviation Week berichtete am 29. Mai, dass die Parteien die Pläne nun finalisiert haben. OHB hatte Gespräche mit Rheinmetall bereits im Januar bestätigt. Das Ziel: ein proliferiertes LEO-Kommunikationssatellitenprogramm der Bundeswehr.

Behördenpräsident Andreas Mundt sah keine Wettbewerbsbedenken. Seine Begründung: OHB und Rheinmetall Digital sind in unterschiedlichen Bereichen tätig und bündeln ihre Kompetenzen für ein gemeinsames Angebot.

Entscheidend ist jedoch, was noch fehlt. Weder Aviation Week noch die Kartellamtsmeldung berichten über eine erteilte Auftragsvergabe. Das Joint Venture verfolgt ein Programm — es hat noch keines gewonnen.

Aktie mit scharfer Bewegung

Am Freitag, dem 29. Mai, brach die OHB-Aktie an der Börse Stuttgart um 7,79 Prozent ein. Der letzte Kurs lag bei 438 Euro, nach einem Tageshoch von 478,50 Euro. Die Ein-Jahres-Performance bleibt trotzdem beeindruckend: plus 545 Prozent.

OHB hat nur 19,15 Millionen Aktien im Umlauf. Dieser enge Aktienkörper verstärkt die Kursschwankungen bei größeren Orders erheblich.

Operative Basis ist solide

Die Quartalszahlen für Q1 2026 zeigen einen gut ausgelasteten Konzern. Die Gesamtleistung stieg um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA legte um 37 Prozent auf 27,3 Millionen Euro zu.

Der Auftragsbestand wuchs auf 3,354 Milliarden Euro — gegenüber 2,314 Milliarden Euro im Vorjahr. Den Löwenanteil hält das Segment Space Systems mit 2,683 Milliarden Euro.

Das Rheinmetall-Joint-Venture trifft also auf einen bereits stark beschäftigten Raumfahrtkonzern. Die Frage ist nicht, ob OHB liefern kann. Die Frage ist, ob aus dem strategischen Rahmen ein bezahlter Auftrag wird.

Nächste Termine

Die virtuelle Hauptversammlung findet am 8. Juni 2026 um 10:00 Uhr MESZ statt. Die Q2-Zahlen folgen am 6. August 2026. Bis dahin dürfte jede neue Information zum Bundeswehr-Programm die Aktie stärker bewegen als Quartalsdaten — in beide Richtungen.

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