OHB: KKR platziert 20 Prozent bis 30. Juni

OHB verzeichnet Rekordauftragsbestand und plant Milliardenprojekt SPOCK 2. Der anstehende KKR-Anteilsverkauf könnte die Aktienvolatilität verringern.

Die Kernpunkte:
  • Rekordhoher Auftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro
  • Milliardenprojekt SPOCK 2 zur Satellitenaufklärung
  • KKR plant Verkauf von 20 Prozent der Anteile
  • Riskanter Jungfernflug der Rakete ab Juli

Der Raumfahrtkonzern OHB hat die ILA Berlin mit vollen Auftragsbüchern verlassen. Neue Rüstungsverträge und ein Rekordauftragsbestand treiben das Geschäft an. Für den Aktienkurs beginnt nun eine entscheidende Phase. Zwei konkrete Ereignisse rücken in den Fokus.

Milliarden-Rennen im All

Das wichtigste strategische Projekt heißt SPOCK 2. Die Bundeswehr plant ein hochmodernes Satellitensystem zur Gefechtsfeldaufklärung. Das geschätzte Auftragsvolumen liegt bei rund fünf Milliarden Euro. OHB geht für die Bewerbung eine ungewöhnliche Allianz ein. Der Konzern gründet mit dem Drohnen-Start-up Helsing das Gemeinschaftsunternehmen KIRK.

Parallel dazu baut OHB sein Rüstungsgeschäft weiter aus. Ein neues Joint Venture mit Rheinmetall für militärische Satellitenkommunikation steht nun offiziell im Bremer Handelsregister. Jenseits des Militärs sicherte sich die italienische Tochtergesellschaft einen wissenschaftlichen Vertrag. Sie baut eine Spezialkamera für die ESA-Mission RAMSES zur Asteroiden-Analyse.

KKR-Ausstieg und Kurssprünge

Das operative Fundament für diese Pläne wächst schnell. Der Auftragsbestand erreichte Ende März ein Rekordhoch von 3,35 Milliarden Euro. An der Börse spiegelt sich diese Dynamik wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 409,00 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein massiver Zuwachs von rund 236 Prozent auf der Kurstafel.

Ein zweites Thema dominiert derzeit den Handel. Der Finanzinvestor KKR will bis Ende Juni rund 20 Prozent seiner OHB-Anteile platzieren. Im Erfolgsfall steigt der Streubesitz der Aktie von aktuell mageren 5,7 Prozent auf rund 26 Prozent. Das dürfte spannend werden. Mehr frei handelbare Aktien könnten die extremen Kursschwankungen der Vergangenheit glätten.

Hohes Risiko beim Raketenstart

Der nächste technische Meilenstein birgt ein hohes Risiko. Die Tochtergesellschaft Rocket Factory Augsburg plant ab dem 1. Juli den Jungfernflug ihrer Trägerrakete in Schottland. OHB dämpft die Erwartungen ganz bewusst. Historisch gesehen gelingen Erstflüge neuer Startsysteme in weniger als 30 Prozent der Fälle. Ein Fehlschlag ist statistisch wahrscheinlich.

Für die kommenden Handelswochen stehen die Vorzeichen fest. Bis zum 30. Juni muss die KKR-Platzierung über die Bühne gehen. Danach richtet sich der Blick auf den schottischen Weltraumbahnhof. Ein weiteres Detail hält Käufer auf Abstand. Die Hauptversammlung hat kürzlich Wandelanleihen genehmigt. Marktbeobachter werten dies als Vorbereitung für eine milliardenschwere Kapitalerhöhung.

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