OHB Aktie: KKR-Platzierung unbestätigt – Fokus auf HV und RFA

Ein Verkauf von OHB-Anteilen durch KKR ist nicht bestätigt. OHB prüft nach eigenen Angaben Finanzierungsoptionen, steht nicht unter Zeitdruck und hat keine Entscheidung getroffen.

Die Kernpunkte:
  • KKR hat keinen Verkauf von OHB-Anteilen bestätigt
  • OHB prüft Finanzierungsoptionen – keine Entscheidung, kein Zeitdruck
  • Rekordauftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro
  • RFA-ONE-Erstflug ab 1. Juli geplant

Rund um die OHB SE kursieren Spekulationen über eine mögliche Platzierung von Aktien durch den Großaktionär KKR. Bestätigt ist davon nichts: OHB hat öffentlich mitgeteilt, man prüfe Finanzierungsoptionen, stehe nicht unter Zeitdruck und habe keine Entscheidung getroffen. KKR äußerte sich zu einem etwaigen Verkauf nicht.

Was bestätigt ist – und was nicht

KKR ist Großaktionär der OHB SE. Ob, in welchem Umfang und bis wann der Investor Anteile abgeben könnte, ist offen und von keiner der beteiligten Parteien bestätigt. Angaben zu einem konkreten Volumen, zu mandatierten Banken oder zu einer Frist am 30. Juni 2026 sind nicht belegt und werden hier nicht als Tatsache wiedergegeben.

Niedriger Streubesitz sorgt für Schwankungen

Klar ist die besondere Aktionärsstruktur: Von 19,2 Millionen Aktien liegen nur rund 1,09 Millionen frei im Markt — ein Streubesitz von etwa 5,7 Prozent. Schon kleine Orders reichen aus, um den Kurs stark zu bewegen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei rund 147 Prozent.

Der Kurs notiert aktuell bei 368 Euro — rund 47 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 688 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von gut 200 Prozent.

Operative Stärke trifft schwierige Kapitalmarktstimmung

Auf der ILA Berlin will OHB neue Missionsverträge präsentieren. Das Unternehmen gehört neben Airbus, ArianeGroup und DLR zu den Hauptakteuren auf der ILA STAGE Space.

Die operativen Zahlen rechtfertigen die Bühne. Der Auftragsbestand kletterte zum 31. März 2026 auf ein Rekordhoch von 3,35 Milliarden Euro — ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal wuchs die Gesamtleistung um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT legte um 63 Prozent auf 16,8 Millionen Euro zu.

Für 2027 plant OHB eine Gesamtleistung von 1,7 Milliarden Euro, für 2028 mehr als 2,0 Milliarden Euro — bei einer angestrebten EBITDA-Marge von 11 Prozent.

RFA ONE und der nächste Termin

Ab dem 1. Juli plant die Tochterfirma Rocket Factory Augsburg den Jungfernflug der RFA ONE. Die Rakete soll sieben Satelliten transportieren. OHB dämpft die Erwartungen: Historisch gelingen erste Flüge neuer Startsysteme in weniger als 30 Prozent der Fälle. RFA wird nur at equity konsolidiert — Raketenstarts fließen also nicht direkt in die Konzernzahlen ein.

Am 29. Juni schüttet OHB eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie aus, der Ex-Tag fällt auf den 25. Juni. Die Hauptversammlung hat am 8. Juni 2026 zudem eine Ermächtigung beschlossen: OHB darf bis 2031 Wandel- und Optionsschuldverschreibungen sowie Genussrechte im Gesamtvolumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro begeben.

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