OHB: Macron unterstützt Raumgleiter Vortex

Frankreich stärkt OHBs Raumgleiterprojekt Vortex, während der Konzern in den TecDax zurückkehrt und einen LISA-Auftrag vorantreibt.

Die Kernpunkte:
  • Paris unterstützt europäisches Raumgleiterprogramm
  • Demonstrator für 2028 vorgesehen
  • OHB ersetzt Cancom im TecDax
  • Aktie liegt 49 Prozent vorn

Frankreich unterstützt das europäische Raumgleiter-Projekt Vortex von Dassault Aviation und OHB SE. Der politische Flankenschutz aus Paris verschafft dem Vorhaben neuen Schwung und rückt den Raumfahrtkonzern vor einer wichtigen Index-Änderung in den Fokus der Anleger.

Zeitplan für Demonstrator und Prototyp steht

Das von Dassault Aviation und OHB vorangetriebene Programm Vortex erhält offizielle Rückendeckung der französischen Regierung. Präsident Emmanuel Macron stellte die Unterstützung auf dem Pariser Raumfahrtgipfel in Aussicht, nachdem beide Partner bereits im Mai einen entsprechenden Vorschlag für den Raumgleiter Vortex-S bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA eingereicht hatten. OHB ist seit Mai offiziell an dem Programm beteiligt.

Die Planungen für das Fluggerät sind langfristig angelegt: Ein erster Demonstrator soll 2028 abheben, während der Bau eines einsatzfähigen Prototyps für das Jahr 2031 avisiert ist.

Für OHB bedeutet die Kooperation mit dem französischen Partner Dassault, der im Jahr 2025 mit rund 15.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 7,4 Milliarden Euro erwirtschaftete, den Zugang zu einer strategischen europäischen Rüstungs- und Raumfahrtinitiative jenseits des klassischen Satellitenbaus.

Rückkehr in den TecDax und Auftrag für LISA-Mission

Flankiert wird der strategische Fortschritt von einer Veränderung im Börsenhandel. Zum Wochenauftakt am 21. September ersetzt die Aktie von OHB das IT-Dienstleistungsunternehmen Cancom im TecDax. Die Rückkehr in den deutschen Technologieindex könnte für zusätzliche Aufmerksamkeit institutioneller Investoren und Indexfonds sorgen.

Parallel meldet die Unternehmensgruppe Fortschritte in der wissenschaftlichen Raumfahrt. Die Konzerntochter Antwerp Space übernimmt im Auftrag von Thales Alenia Space die Entwicklung des Radiofrequenz-Kommunikationssystems für die LISA-Mission der ESA.

Das Großprojekt zur Messung von Gravitationswellen besteht aus drei Raumfahrzeugen in Dreiecksformation, die rund 50 Millionen Kilometer von der Erde entfernt im All operieren und dabei einen Abstand von 2,5 Millionen Kilometern zueinander halten. Antwerp Space zeichnet für die Kommunikation sowie die Distanzmessung zwischen allen drei Einheiten verantwortlich.

Aktie behauptet deutliches Jahresplus

An der Börse ging die OHB-Aktie am Freitag mit einem Kurs von 174,00 Euro aus dem Handel. Trotz der Konsolidierung in den vergangenen Wochen summiert sich das Kursplus seit Jahresanfang auf 49 Prozent.

Das Unternehmen bringt an den Finanzmärkten derzeit eine Marktkapitalisierung von 3,66 Milliarden Euro auf die Waage. Mit den jüngsten Beschlüssen der europäischen Partnerfestigung und dem bevorstehenden TecDax-Aufstieg positioniert sich der Konzern operativ wie markttechnisch für die kommenden Monate.

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