OHB: RFA-ONE-Start am 1. Juli 2026

Raumfahrtkonzern OHB verzeichnet Rekordaufträge, während der Börsengang des Finanzinvestors KKR für Kursbewegungen sorgt.

Die Kernpunkte:
  • Rekordhoher Auftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro
  • KKR plant Ausstieg aus Aktienpaket
  • Raketenstart der Tochter RFA ONE im Juli
  • Hauptversammlung genehmigt neue Anleihen

Bei der OHB SE prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Operativ jagt der Raumfahrtkonzern von einem Rekord zum nächsten. An der Börse bremst ein ungelöstes Problem den Kurs. Finanzinvestor KKR will Kasse machen.

Die Aktie schloss am Freitag bei 409,00 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein massives Plus von rund 236 Prozent auf der Kurstafel. Der Abstand zum Mai-Hoch bei 688,00 Euro zeigt das aktuelle Zögern der Käufer.

Der Grund für die Kursschwankungen liegt in der Aktionärsstruktur. Die Gründerfamilie Fuchs kontrolliert 65 Prozent der Stimmrechte. Bislang sind nur sechs Prozent der Papiere frei handelbar. Die Folge: extreme Volatilität. Gelingt KKR die geplante Platzierung seines Aktienpakets, steigt der Streubesitz. Das würde den Handel langfristig stabilisieren.

Frisches Kapital und volle Auftragsbücher

Die Hauptversammlung hat am 8. Juni wichtige Weichen gestellt. Die Aktionäre beschlossen eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie. Das Geld floss bereits am 11. Juni an die Anteilseigner.

Zusätzlich genehmigte das Gremium neue Finanzierungsspielräume. Das Management darf bis 2031 Wandel- und Optionsanleihen ausgeben. Das maximale Gesamtvolumen liegt bei 1,2 Milliarden Euro.

Zum Jahresauftakt erreichte der Auftragsbestand ein Rekordhoch von 3,35 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Hauptteil steuert die Sparte Space Systems bei. Auf der Messe ILA Berlin sicherte sich OHB Italia kürzlich einen weiteren Vertrag für die Asteroiden-Mission der ESA.

Raketenstart als Kurskatalysator

Bis Ende Juni muss KKR einen marktgerechten Preis für seinen Ausstieg finden. Scheitert auch der zweite Anlauf, droht weiterer Druck auf die Notierung.

Parallel dazu rückt ein operatives Highlight in den Fokus. Die Konzerntochter Rocket Factory Augsburg plant den Jungfernflug ihrer Trägerrakete RFA ONE. Das Startfenster öffnet sich am 1. Juli 2026.

Ein erfolgreicher Start positioniert die Bremer im lukrativen Markt für Kleinsatelliten-Starts völlig neu. OHB macht sich damit unabhängiger von fremden Raketen. Gelingt die Mission, lenkt das den Fokus des Marktes wieder auf die fundamentalen Stärken des Konzerns.

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