OHB SE Aktie: Auftrag über knapp eine Milliarde Euro

OHB sichert sich Auftrag über eine Milliarde Euro für 18 MEO-Satelliten im Iris²-Netzwerk. Die Aktie fiel nach Rally um 2,8 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Milliardenschwerer Satellitenauftrag für OHB
  • Aktie fällt nach Rally um 2,8 Prozent
  • OHB bestätigt Jahresprognose für 2026
  • Iris² stärkt Rolle als Schlüsselzulieferer

OHB baut 18 sogenannte MEO-Satelliten für das europäische Satellitennetzwerk Iris² – ein Auftrag mit einem Volumen von knapp einer Milliarde Euro. Die Nachricht, über die das Handelsblatt am Wochenende berichtete, hatte die Aktie des Bremer Raumfahrt- und Verteidigungskonzerns zunächst deutlich beflügelt.

Am Freitag gab das Papier dann um 2,8 Prozent auf 223,00 Euro nach – nach Einschätzung von Marktbeobachtern eine klassische Gewinnmitnahme nach der vorangegangenen Rally, kein neuer negativer Impuls.

Der Auftrag im Detail

Nach Informationen aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen soll OHB die MEO-Satelliten bauen, die in einer mittleren Erdumlaufbahn kreisen und technisch anspruchsvoller sind als Satelliten im niedrigen Orbit. Die Europäische Kommission bestätigte die Beteiligung des Bremer Konzerns, die abschließenden Verhandlungen laufen den Angaben zufolge noch.

Den größten Teil des Gesamtprogramms sicherte sich einem Bericht des Handelsblatts zufolge Aerospacelab, ein 2018 gegründetes Start-up aus Belgien: bis zu 264 der insgesamt 348 Satelliten für mindestens 1,8 Milliarden Euro.

Airbus erhält im Gegenzug die 66 militärischen Ka-Band-Satelliten. Für OHB bedeutet der eigene Auftrag über rund eine Milliarde Euro einen der größten Einzelaufträge der Unternehmensgeschichte und unterstreicht die wachsende Rolle des Konzerns bei europäischen Sicherheits- und Kommunikationsinfrastrukturen im All.

Volatiles Kursbild trotz operativer Stärke

Der Kursverlauf der vergangenen Wochen zeigt, wie nervös der Markt auf die Aktie reagiert: Binnen sieben Tagen verlor das Papier 18 Prozent, obwohl die fundamentale Nachrichtenlage – der Iris²-Auftrag, die Aufnahme in den SDAX Mitte August, solide Halbjahreszahlen – eigentlich positiv ausfiel.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 91 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sogar von 226 Prozent. Die Diskrepanz zwischen der langfristigen Kursentwicklung und den heftigen kurzfristigen Ausschlägen verdeutlicht, wie stark spekulative Elemente inzwischen die Handelsaktivität in der Aktie prägen.

Operativ liefert OHB unterdessen solide Zahlen. Im ersten Halbjahr stieg die operative Gesamtleistung auf 628 Millionen Euro, nach 470 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA kletterte um mehr als 30 Prozent auf 60 Millionen Euro.

Das Unternehmen bestätigte zugleich die Jahresprognose von 1,4 Milliarden Euro operativer Gesamtleistung und einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 10,5 und 11 Prozent.

Was der Auftrag für Anleger bedeutet

Der Iris²-Zuschlag festigt OHBs Position als europäischer Schlüsselzulieferer für strategische Satelliteninfrastruktur – ein Feld, das angesichts der geopolitischen Debatte um europäische Souveränität im All zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Papier mit klarer strategischer Story, aber auch mit ausgeprägter Schwankungsanfälligkeit. Die jüngste Gewinnmitnahme ändert an der grundsätzlichen Auftragslage nichts – sie zeigt lediglich, wie schnell nach starken Kursbewegungen Kasse gemacht wird.

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