OHB SE Aktie: Kapitalerhöhung für 500 Millionen

OHB plant Kapitalerhöhung über 500 Mio. Euro zur Finanzierung von Wachstum und Übernahmen im Raumfahrtsektor.

Die Kernpunkte:
  • Bezugsrechtskapitalerhöhung über 500 Millionen Euro
  • Hauptaktionäre verzichten auf Bezugsrechte
  • Mittel für Produktion und Übernahmen geplant
  • Rekordauftragsbestand von 3,4 Milliarden Euro

OHB SE holt sich frisches Kapital — und das in einer Größenordnung, die den Bremer Raumfahrtkonzern in eine neue Dimension katapultieren soll. Heute Morgen veröffentlichte das Unternehmen eine Ad-hoc-Meldung über eine geplante Bezugsrechtskapitalerhöhung mit einem angestrebten Bruttovolumen von rund 500 Millionen Euro.

Wie die Transaktion funktioniert

Der Mechanismus ist ungewöhnlich: Beide Hauptaktionäre — die Gründerfamilie Fuchs und KKR-Vehikel Orchid Lux HoldCo — wollen auf ihre Bezugsrechte verzichten. Dadurch können rund 94 Prozent der neuen Aktien über eine parallele Privatplatzierung an institutionelle Investoren gehen. Orchid Lux HoldCo nutzt die Gelegenheit außerdem, einen Teil des bestehenden Aktienpakets zu verkaufen — bleibt aber nach eigenen Angaben mit der Mehrheit ihrer aktuellen Beteiligung an Bord. Die Familie Fuchs gibt keine einzige Aktie ab und bleibt Mehrheitsaktionärin.

Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein kalkulierter Schritt: OHB wächst schneller als das bislang selbstfinanzierte Modell stemmen kann.

Wofür das Geld fließt

Die geplanten Nettoerlöse sollen in vier Bereiche fließen: Industrialisierung der Produktion und Kapazitätserweiterung, strategische Übernahmen im sich konsolidierenden europäischen Raumfahrtmarkt, Investitionen in Trägerraketen sowie Zukunftsprogramme rund um Mondexploration und Low-Earth-Orbit-Missionen.

Der Hintergrund ist ein Rekordauftragsbestand von rund 3,4 Milliarden Euro im ersten Quartal 2026 — bei einem Jahresumsatz von 1,25 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025. Mittelfristig peilt OHB eine Gesamtleistung von mehr als 4,0 Milliarden Euro an, flankiert von einer bereinigten EBITDA-Marge um 13 Prozent.

Als Joint Global Coordinators fungieren Deutsche Bank, Goldman Sachs, J.P. Morgan, KKR Capital Markets und Rothschild & Co Redburn. Hinzu kommen Berenberg, Commerzbank, Jefferies und UniCredit als weitere Bookrunner — ein namhaftes Konsortium, das den Marktzugang sicherstellen soll.

Abhängig von Marktbedingungen

Die Transaktion ist ausdrücklich noch nicht beschlossen. Ob und wann sie vollzogen wird, hängt von den Marktbedingungen und weiteren Organbeschlüssen ab. Gelingt die Platzierung, würde OHB seinen Streubesitz deutlich ausweiten — ein Schritt, der die Aktie für größere Indexfonds und institutionelle Investoren zugänglicher machen dürfte. Das ist seit Jahren ein strukturelles Thema für den bislang eng geführten Konzern.

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