OHB SE Aktie: NuWays bekräftigt Kaufempfehlung

NuWays bekräftigt sein positives Votum; mögliche Raumfahrtaufträge und europäische Satellitenprogramme prägen die Perspektiven für OHB.

Die Kernpunkte:
  • NuWays hält an Kaufempfehlung fest
  • Kursziel von NuWays: 340 Euro
  • IRIS²-Auftrag umfasst knapp eine Milliarde Euro
  • Quartalsbericht für 12. November angekündigt

Mit einem Zuwachs von 4,2 Prozent auf 179,60 Euro legt die Aktie der Bremer OHB SE am heutigen Freitag spürbar zu. Hinter der freundlichen Tendenz steckt mehr als eine bloße Tageslaune des Marktes: Das gesamte Branchenumfeld für europäische Raumfahrtwerte erfährt neuen Rückenwind. Für mich zeigt die Entwicklung, dass der Markt die strategische Sonderstellung des Raumfahrtunternehmens wieder stärker wahrnimmt.

Prall gefüllte Pipeline schürt Kursfantasie

Der jüngste Impuls zum Wochenausklang hat handfeste Gründe. Heute bekräftigte das Analysehaus NuWays seine Kaufempfehlung für OHB und setzte das Kursziel bei 340 Euro fest. Die Experten rechnen mit einem spürbar anziehenden Auftragseingang in den kommenden Monaten.

Als zentraler Treiber gilt der europäische IRIS²-Auftrag mit einem Volumen von knapp einer Milliarde Euro. Zusätzliche Perspektiven versprechen potenzielle Folgeaufträge für das Erdbeobachtungsprogramm Sentinel sowie das Bundeswehr-Projekt SATCOMBw 4.

Diese Zuversicht teilen auch andere Marktbeobachter. Bereits am Montag stufte Berenberg-Analyst Chris Armstrong den Titel mit „Buy“ und einem Kursziel von 358 Euro ein. Armstrong zählt den Konzern zu sechs besonders aussichtsreichen europäischen Werten und verweist auf steigende Ausgaben für Raumfahrt und Verteidigung in Deutschland und Europa.

Parallel dazu haben Debatten über Netzwerke wie Starlink und Starshield an den Finanzmärkten neue Fantasie für europäische Satellitennetzwerke entfacht. Medienberichten zufolge gilt OHB hierbei als einer der möglichen Profiteure.

Strategische Sonderstellung und solide Eigentümerstruktur

Meines Erachtens ist diese Branchenfantasie wohlbegründet. Europa forciert den Aufbau eigenständiger Fähigkeiten im All, um unabhängiger von externen Anbietern zu werden. OHB ist in diesem Gefüge als industrieller Partner institutioneller Auftraggeber fest verankert.

Die enge Verzahnung mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA spiegelt sich auch in wissenschaftlichen Programmen wider, wie der zweijährigen Klimastudie EO4TIPP gemeinsam mit Partnern aus der Forschung.

Dass das Papier seit Jahresbeginn um 54 Prozent vorgerückt ist, belegt das zurückgekehrte Anlegervertrauen. Dennoch bleiben Hürden bestehen: Großprojekte der öffentlichen Hand verlangen lange Vorläufe, und politische Entscheidungsprozesse können Zeitpläne belasten. Klarheit herrscht hingegen bei den Besitzverhältnissen.

Die Familie Fuchs kontrolliert unverändert die Mehrheit des Unternehmens. Der Finanzinvestor KKR, der seit 2023 über die Orchid Lux HoldCo S.à r.l. als Minderheitsaktionär an Bord ist, reduzierte seine Beteiligung im Rahmen der Kapitalerhöhung im Juni 2026 auf rund 20 Prozent.

Für Anleger rückt nun der nächste fundamentale Prüfstein näher: Am 12. November legt OHB den Quartalsfinanzbericht für das dritte Quartal vor.

Fazit: Die langfristigen Chancen überwiegen

Unterm Strich überwiegen für mich bei OHB die Chancen. Der deutliche Abstand zwischen der aktuellen Notierung und den Zielen der Analysten reflektiert das Ausführungsrisiko komplexer Raumfahrtprojekte.

Doch der übergeordnete Trend zu europäischen Satellitenprogrammen und höheren Verteidigungsbudgets spielt den Bremern direkt in die Hände. Wer auf die strategische Emanzipation der europäischen Raumfahrt setzt, kommt an diesem Spezialisten kaum vorbei.

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