OHB SE Aktie: NuWays taxiert SATCOMBw 4 auf 5 bis 7 Milliarden
NuWays sieht bessere Auftragsperspektiven für OHB; das mögliche SATCOMBw-4-Volumen bleibt eine Analystenschätzung.

- OHB-Aktie gewinnt am Freitag 11 Prozent
- NuWays schätzt SATCOMBw-Aufträge auf 5 bis 7 Milliarden Euro
- ESA-Klimastudie EO4TIPP ist angelaufen
- OHB veröffentlicht Quartalsbericht am 12. November
Europäische Raumfahrtaktien verzeichneten zum Ende der Handelswoche deutliche Kursgewinne. Auslöser für das wiedererwachte Interesse an europäischen Raumfahrtkapazitäten waren Berichte über Beschränkungen des US-Satellitendienstes Starshield in der Ukraine. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, rückten dadurch europäische Alternativen und Systemanbieter verstärkt in das Blickfeld internationaler Investoren.
Im Zuge dieses Branchenauftriebs legte die Aktie der Bremer OHB SE am Freitag um 11 Prozent zu. Das Papier ging bei 192,00 Euro aus dem Xetra-Handel. Marktbeobachter werten die Debatte um die strategische Souveränität Europas als strukturellen Treiber für etablierte Raumfahrtkonzerne.
Großprojekte stärken die mittel- und langfristige Pipeline
Europäische Initiativen zur Stärkung der eigenen Infrastruktur spielen für OHB eine zentrale Rolle. Das Unternehmen ist bereits fest in das europäische Großprojekt IRIS² eingebunden. Zusätzliche Wachstumsfantasie liefert die künftige Vergabe des Bundeswehr-Satellitenkommunikationssystems SATCOMBw 4.
Die Analysten von NuWays hoben die verbesserten Auftragsperspektiven für das Bremer Raumfahrtunternehmen hervor. Neben IRIS² und dem Erdbeobachtungsprogramm Sentinel verwiesen sie insbesondere auf SATCOMBw 4. NuWays schätzt das potenzielle Auftragsvolumen für OHB bei diesem Bundeswehr-Projekt auf 5 bis 7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2027. Bei dieser Ziffer handelt es sich um eine Analystenprognose und noch nicht um einen erteilten Regierungsauftrag. Das Analysehaus hält an seiner Kaufempfehlung fest und beziffert das Kursziel unverändert auf 340 Euro.
Die Abhängigkeit von US-Technologie rückt in ganz Europa auf die politische Tagesordnung. Für unabhängige Systemhäuser bedeutet dieser Trend eine spürbare Festigung der Nachfrage, da öffentliche Auftraggeber vermehrt auf heimische Kapazitäten drängen.
Forschungsprojekt zu Klimarisiken und personelle Weichenstellung
Parallel zum Sicherheitsbereich engagiert sich das Unternehmen weiterhin in der zivilen Spitzenforschung. Am Donnerstag startete OHB gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Institut und der Universität Exeter die wissenschaftliche Studie EO4TIPP.
Der zweijährige Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA widmet sich der Früherkennung kritischer Klima-Kipppunkte. Im Rahmen des Vorhabens wird untersucht, wie künftige Erdbeobachtungssysteme ökologische Veränderungen aus dem Weltall präziser erfassen und bewerten können.
Auch auf Konzernebene wurden personelle Anpassungen vorgenommen. Vor rund zwei Wochen ernannte der Aufsichtsrat der OHB-Tochtergesellschaft Rocket Factory Augsburg Alexander Dahm zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Er übernahm die Führung von Prof. Dr. Indulis Kalnins.
Neunmonatszahlen im Blick
Mit dem jüngsten Kursanstieg beläuft sich das Plus der OHB-Aktie seit Jahresanfang auf 64 Prozent. Die Erholung spiegelt das gewachsene Vertrauen der Anleger in die mittel- und langfristigen Branchenchancen wider.
Klarheit über den aktuellen operativen Geschäftsverlauf erhalten Marktteilnehmer in wenigen Wochen. Am 12. November veröffentlicht OHB den Quartalsfinanzbericht für das dritte Quartal. Die Zwischenbilanz dürfte zeigen, wie sich die Auslastung der Bremer Fertigungsstätten in den ersten neun Monaten entwickelt hat.
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