OHB SE Aktie: PRISMA Second Generation bis 2031

OHB erhält Milliardenauftrag für Erdbeobachtungssatellit, während die Aktie nahe des Jahrestiefs notiert. Halbjahreszahlen am 6. August im Fokus.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust trotz Großauftrag
  • RSI nahe Überverkauft-Marke
  • Halbjahreszahlen am 6. August
  • Rekordauftragsbestand von 3,3 Milliarden

Ein Milliarden-Auftrag der italienischen Raumfahrtagentur ASI, gleichzeitig ein Kurs im freien Fall. Bei OHB SE klafft die operative Realität gerade weit auseinander von dem, was die Aktie an der Börse zeigt. Am Freitag ging das Papier mit 230,00 Euro aus dem Handel, ein Minus von 1,71 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 688,00 Euro aus dem Mai beträgt inzwischen fast 67 Prozent.

RSI signalisiert überverkaufte Lage

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Der Relative-Stärke-Index steht bei 32,0. Damit nähert sich die Aktie der Marke von 30, die Charttechniker klassisch als überverkauft einstufen.

Der Kurs notiert zudem unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 243,97 Euro. Marktbeobachter sehen in der Schwäche auch eine verzögerte Reaktion auf die im Juni abgeschlossene Kapitalerhöhung. Der damalige Bezugspreis lag bei 300,00 Euro, deutlich über dem aktuellen Niveau.

Großauftrag für OHB Italia

Operativ läuft es für OHB unterdessen rund. Am 30. Juli bestätigte der Konzern, dass Tochter OHB Italia von der Raumfahrtagentur ASI den Auftrag für die Erdbeobachtungsmission „PRISMA Second Generation“ erhält. OHB übernimmt als Hauptauftragnehmer das komplette Satellitensystem. Der Start ist bis Ende 2031 geplant.

Der Auftrag stärkt die Position des Konzerns bei hyperspektralen Erdbeobachtungssystemen. Er sichert zudem langfristige Auslastung in der italienischen Sparte. Partner wie Thales Alenia Space und Leonardo liefern künftig Daten für Umweltmonitoring und Katastrophenmanagement.

Halbjahreszahlen am 6. August im Fokus

Die kommende Woche entscheidet, wohin die Reise geht. Am Donnerstag, den 6. August, legt OHB die Zahlen zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr vor. Anleger richten den Blick auf drei Punkte:

  • Auftragsbestand: Zum Ende des ersten Quartals meldete OHB einen Rekordwert von über 3,3 Milliarden Euro. Offen ist, wie effizient der Konzern diesen Bestand in Umsatz und Ergebnis umsetzt.
  • Margenentwicklung: Nach der Kapitalerhöhung steht die Profitabilität der Space-Systems-Sparte besonders im Blick.
  • Finanzmittelverwendung: Das Management soll konkreter erklären, wie es die rund 484 Millionen Euro aus der Finanzierungsrunde einsetzt. Ein Großteil soll in die Industrialisierung der Produktion und in Trägerraketen-Projekte fließen.

Ein weiterer Termin bleibt im Blick: Am 10. August plant Rocket Factory Augsburg den Start der RFA ONE, an der OHB beteiligt ist. Gelingt der Start, könnte das dem gesamten Sektor „Access to Space“ Auftrieb geben. Bis zu den Zahlen am Donnerstag dürfte sich die Aktie zunächst an der Unterstützung im Bereich von 230 Euro messen lassen müssen.

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