OHB SE Aktie: RFA ONE startet am 1. Juli

OHB steht vor einer ereignisreichen Woche mit Hauptversammlung, Luftfahrtmesse und Raketentest. Der Aktienkurs zeigt sich zuletzt schwächer.

Die Kernpunkte:
  • Hauptversammlung mit umstrittenen Tagesordnungspunkten
  • KKR-Platzierung als Ursache für Kursrutsch
  • Raketentest der Tochter RFA im Juli
  • Operatives Geschäft mit solidem Auftragsbestand

Für OHB wird die kommende Woche ungewöhnlich dicht. Der Aktienkurs fiel zuletzt auf 442,50 Euro – ein Minus von 5,25 Prozent an einem einzigen Tag. Die Gründe: eine Hauptversammlung mit umstrittenen Beschlüssen, eine Großmesse und ein Raketentest.

Hauptversammlung mit DSW-Widerstand

Am 8. Juni trifft sich OHB virtuell zur Hauptversammlung. Der Vorstand schlägt 0,60 Euro Dividende vor – insgesamt 11,5 Millionen Euro. Brisanter ist Tagesordnungspunkt 9: Eine Ermächtigung für Wandel- und Optionsanleihen von bis zu 1,2 Milliarden Euro. Flankierend soll ein bedingtes Kapital von 20 Prozent des Grundkapitals entstehen.

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Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz stellt sich quer. Die DSW empfiehlt ein Nein zu den Punkten 3 und 7. Sie kritisiert fehlende Maximalbeträge bei der Vorstandsvergütung. Die Hauptversammlung wird das erste Forum, auf dem das Management zu den Plänen Stellung nehmen muss.

KKR-Platzierung: Die Ursache der Kursschwäche

Die aktuelle Kursschwäche hat eine konkrete Ursache. Am 27. Mai brach die Aktie um fast 16 Prozent ein. Grund: Der Finanzinvestor KKR stoppte eine geplante Großplatzierung.

KKR hält knapp ein Drittel an OHB und will rund 20 Prozent dieses Pakets platzieren. Der Erlös liegt jenseits der Milliardenmarke. Das Geld soll die Expansion finanzieren.

Der Free Float würde von sechs auf rund 26 Prozent steigen. Derzeit sind nur gut fünf Prozent der Aktien frei handelbar. Das erklärt die hohe Volatilität.

ILA Berlin und RFA ONE: Operative Impulse

Direkt nach der Hauptversammlung folgt die ILA Berlin. OHB ist dort in mehreren Raumfahrtbereichen präsent.

Der technisch spannendere Termin kommt im Juli: Rocket Factory Augsburg, die OHB-Tochter, hat ein Startfenster für den 1. Juli beantragt. Die RFA ONE soll sieben Satelliten ins All bringen. Frühphasen von Raketenstarts gelten als technisch riskant – die Erfolgsquote liegt unter 30 Prozent. Zudem wird RFA at equity konsolidiert und taucht nicht in der OHB-Mittelfrist-Guidance auf.

Operative Basis bleibt solide

Das Kerngeschäft läuft derweil gut. Der Auftragsbestand erreichte 3,35 Milliarden Euro – ein kräftiges Plus. Die Gesamtleistung legte um 15 Prozent zu. Der Nettogewinn stieg auf 9,9 Millionen Euro, mehr als das Dreifache.

Für 2026 peilt OHB eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro an. Die Mittelfristziele liegen bei 1,7 Milliarden für 2027 und über zwei Milliarden für 2028.

Die Hauptversammlung am 8. Juni stimmt über die Kapitalrahmen ab. Das RFA-Startfenster beginnt am 1. Juli. Und am 6. August kommen die Quartalszahlen. Drei Stresstests für OHB – jeder kann die Kursrichtung neu bestimmen.

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